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5. Der naschhafte Pudel.
1. „Wer hat hier die Milch genascht? Hatt' ich doch denDieb erhäscht! Pudel, märst denn du es gar? Pudel, kommdoch! Ei, fürwahr! einen weißen Bart hast du? Sag mir doch,wie geht das zu?"
2. Die Hausfrau sah ihn an mit Lachen. „Ei, Pudel, was
machst du mir für Sachen? Willst wohl gar noch ein Nasch-kätzchen werden?" Da hing er den Schwanz bis auf die Erdenund heulte und schämte sich so sehr. Der naschet wohl so baldnicht mehr. Hey.
6. Kind und Kuh.
Kind: Liebe Kuh, sag, was es gibt, bist fa heute sosehr betrübt! Sprangst auf der grünen Wiese doch gestern sofroh mit dem Kälbchen noch. Heute sprichst du kläglich: Muh!Muh! Sag, was fehlt dir, liebe Kuh?
Kuh: Ach, der Fleischer ist früh gekonnnen und hat mirmein liebes Kälbchen genommen! Er hetzte die bösen Hunde ihmnach und gab ihm gar manchen harten Schlag. Du, Kind, darfstfroh bei den Eltern sein, der Fleischer macht tot das Kälbchenmein. Hey.
7. Tu wohl deinem Nächsten!
1. Albert war oom Felde heimgekommen. Da erhielt er vonder Mutter das Abendbrot; es war ein schönes, weißes Stück.Er ging hinab in den Hof und freute sich des Brotes; denn erhatte Hunger. Da kam der Knabe des armen Nachbars daherund blieb vor ihm stehen. Der sah das schone, weiße Brot,seufzte und sprach: „O, meine kranke Schwester hat schon oftum weißes Brot gebeten; aber wir haben keins und können auchkeins kaufen."