Band 
I. Teil. Von der germanischen Urzeit bis zur französischen Revolution.
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Adolf Hausrath.

Judendorf fuhr, haben ihn die Juden von hinten fo hart angeblasen, daßer sich verkühlte und ihm das Gehirn wie Eis ward. „Aber jetzt bin ichgottlob geschickt." Ja, er versucht zu scherzen und sie eifersüchtig zu machen,indem er versichert, daß die schönen Frauen ihn hart anfechten. „DeineSöhnichen sind von Mansfeld nach Jena gefahren, weiß nicht, was sie damachen. Wenn's kalt wäre, möchten sie helfen frieren." Noch beruhigen-der ist der Brief vom 6. Februar: „Der tiefgelehrten Frauen KathrinLutherin, meiner gnädigen Hausfrauen zu Handen" und am folgendenTage gleich wieder an die „Selbsmartyrin zu Wittenberg zu Handenund Fußen." „Lies, Du liebe Kethe, den Johannem und den kleinenKatechismum, davon Du zu dem Mal sagtest: ,Es ist doch alles in demBuch von mir gesagt'. Denn Du willt sorgen für Deinen Gott, gerade alswäre er nicht allmächtig, der da könnte zehn Doktor Martinus schaffen,wo der einige alte ersöffe in der Saal oder im Ofenloch oder auf WolfsVogelherd. Laß mich in Frieden mit Deiner Sorgen." Ja, er beschuldigtsie in einem folgenden Briefe, daß sie mit ihrem Sorgen das Unglücküber ihn niederziehe. „Wir danken uns auch freundlich für Eure großeSorge, dafür Ihr nicht schlafen konnt; denn seit der Zeit Ihr für uns ge-sorgt habt, wollt uns das Feuer verzehrt haben in unser Herberg hartvor unserer Stubentür; und gestern, ohn' Zweifel aus Kraft Eurer Sorge,hat uns schier ein Stein auf den Kopf gefallen und zerquetscht wie einMäusfallen... Ich sorge, wo Du nicht aufhörst zu sorgen, es möcht unszuletzt die Erden verschlingen und alle Elemente verfolgen. Lehrest Dualso den'Katechismum und den Glauben? Bete Du und laß Gott sorgen,es heißt: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, der sorget für dich, Ps. 55und viel mehr Orten. Wir sind, gottlob, frisch und gesund, ohne daß unsdie Sachen Unlust machen. Und Doktor Jonas wollt' gern auch einenbösen Schenkel haben, daß er sich an eine Laden gestoßen. So groß istder Neid in den Leuten, daß er mir nicht wollt gönnen, allein einen bösenSchenkel zu haben. Hiemit Gott befohlen. Wir wollten nun fort gernelos sein und heimfahren, wenn's Gott wollt. Amen, amen, amen."

Mitten in den verdrießlichsten Geschäften sucht er die besorgte Frauaufzuheitern, und es bekümmert ihn, daß sie sich ängstet. Bei einem soalten Ehepaare sind ihre Sorge um ihn und seine Sorge um sie eindoppelt erfreuliches Bild. Die Prozeßkrämerei in Mansfeld weckte na-türlich wieder seinen ganzen Groll gegen die Juristen, und an Zornredenüber ihr Bestehen auf dem Rechtsstandpunkte, das ihm seine schieds-richterliche Rolle erschwerte, ließ er es auch jetzt rächt fehlen. Mit ihrenParagraphen verlaufe jeder Prozeß wie jener, da des Müllers Esel indes Fischers Kahn rannte, so daß der Kahn fortschwamm, weshalb derFischer für seinen Kahn, der Müller für seinen Esel Schadenersatz ver-langte. Einen Baum bringe man nur durch die Tür, wenn der Wipfelnachschleife, sonst sperren sich die Zweige. Über einen Streitpunkt, andem auch schon Melanchthon sich abgearbeitet hatte, schrieb er am 1. Fe--