Würdigung König Friedrich Wilhelms I.
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war die des Oberquartiers Gelbem aus der oranischeu Erbschaft. Hieram Niederrhein gedachte er aber kraft feiner Ansprüche auf die Erbschaftvon Jülich-Berg noch weitere, viel erheblichere Gebietsstücke für Preu-ßen zu erlangen, insbesondere die ausgedehnten Herzogtümer Jülich-Berg mit ihren Bodenschätzen und der schönen Stadt Düsseldorf, in derdas pfälzische Haus nach dem Aussterben der belgischen Herzöge eineder blühendsten Kunststätten geschaffen hatte. Diese Konsolidierungdes preußischen Besitzes am Rhein wurde der Gedanke der auswärtigenPolitik des Königs. Seine Verwirklichung hoffte er dadurch zu errei-chen, daß er sich ganz in den Dienst Habsburgs stellte, in dem holdenWahn, daß dies Haus seine Treue belohnen würde. Am 12. Oktober1726 schloß er deswegen mit Österreich in seinem geliebten Wusterhau-sen, jenem wenige Meilen südöstlich von Berlin in märkischer Waldes-stille gelegenen Jagdschloß, wo eine der eigenartigsten Tafelrunden derWeltgeschichte, das Tabakskollegium, tagte, einen Vertrag ab, der imDezember 1728 zu einem engen Bündnis zwischen beiden Mächtenführte. Dieser Allianz zuliebe scheute er nicht davor zurück, es auf dieschlimmsten häuslichen Zerwürfnisse ankommen zu lassen und Lieb-lingsgedanken seiner nächsten Angehörigen mit beispielloser Rücksichts-losigkeit entgegenzutreten. Nach langen Jahren, bei Abschluß des Bünd-nisses zwischen Österreich und Frankreich am 3. Oktober 1735, mußte eres schließlich erleben, daß alle seine Liebesmüh umsonst gewesen, daß ervöllig hinters Licht geführt, von Österreich treulos im Stich gelassenworden war. Schon bei einer Zusammenkunft mit Kaiser Karl VI. inBöhmen inl Jahre 1732 hatte er erfahren, daß er von dessen Freund-schaft nicht viel zu erwarten hatte, indem man ihm damals trocken er-klärte, daß er mit einem Teile des Herzogtunis Berg vorlieb nehmenund auf Düsseldorf verzichten müsse. Sein treuer Münster Heinrichvon Podewils durfte darum nachher schreiben: „Die Zusammenkunftzu Prag wurde das Grab der Freundschaft mit dem Kaiser." Seit 1735aber hatte es der allzu vertrauensselige König verbrieft und besiegelt,daß er nichts mehr wegen Jülich und Berg zu hoffen habe. Die Ver-träge, die er mit Österreich geschlossen., hatte Habsburg schmählich zer-rissen. Sein uraltes Recht auf die niederrheinischen Besitzungen war ihmendgültig verweigert worden. Alle Hilfe, die er dem Kaiser in gefähr-lichen Zeiten geleistet hatte, war umsonst gewesen. In der Erkenntnisdieser Sachlage und zur Abwehr gegen Entstellungen hat Friedrich Wil-helm im Februar 1736 seinem Sekretär jene „Speziesfakti" über seinePolitik seit 1725 diktiert, um sein Herz und sein Gewissen zu erleichternund Österreichs Untreue vor seinem Nachfolger zu brandmarken. Rüh-rend ist die Klage des um seine Hoffnungen Betrogenen zu seinemkünftigen Nachfolger: „Mein lieber Sohn, ich sage dir, daß ich meinenTod zu Priort geholt habe" (wo er mit dem kaiserlichen Gesandten GrafSeckendorfs ein Gespräch hatte, das ihn die Sachlage zum erstenmal