Friedrichs des Großen Volkstümlichkeit.
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einem Reitknecht begleitet, durch die Jägerstraße und sieht schon vonweitem, wie am Werderschen Markt das VolkJich drängt. „Sie habenetwas auf Eure Majestät angeschlagen," berichtet der vorausgeschickteHeiduck, und jetzt nähergekommen gewahrt der König im Bilde sichselbst, kläglich auf einem Fußschemel hockend, eine Kaffeemühle zwischenden Knien, mit der Rechten mahlend, mit der Linken gierig nach denherausfallenden Bohnen greifend. „Hängt es doch niedriger, daß dieLeute sich nicht den Hals ausrecken," ruft er mit einer entsprechendenHandbewegung. Ungeheurer Jubel bricht aus, die Karikatur wird intausend Fetzen zerrissen, unter lauten Hochrufen reitet der König lang-sam von dannen.
Friedrichs Popularität in den niederen Volksschichten war unzerstör-bar, sie trotzte auch dem Ärger über die fiskalische Kaffeeriecherei. Es ist be-zeichnend, wie im Dezember 1779 nach dem objektiv durchaus fehlgreifendenMachtspruch zu gunsten des Wassermüllers Arnold und nach der Ent-lassung des Großkanzlers Fürst die vornehme Gesellschaft bei dem ge-stürzten Minister in langer Wagenreihe auffuhr, die Berliner Bürgeraber ihre Häuser festlich erleuchteten und die Bauem vom Lande unterdes Königs Fenster sich versammelten. Daß noch ein jeder, derunter der Bittschriftenliude am Potsdamer Stadtschloß seinen Briefemporhielt, sicher war, ihn entgegengenommen zu sehen, das gab demVolke ein unbegrenztes Vertrauen zu der Gerechtigkeitsliebe des Königs,ob immer den Verwaltungsbehörden und den Gerichten die Prüfungdieser nur zu oft unbegründeten Querelen manche Unbequemlichkeit undviel Zeitverlust verursachte. Unbemerkt in die unmittelbare Nähe desMonarchen zu kommen, war nicht eben schwer. In Sanssouci zog nurfür die Nacht ein Unteroffizier mit sechs Grenadieren zur Wache auf;bei Tage war der König hier ohne jede Bedeckung und duldete nichteinmal, daß die Türen verschlossen wurden. Einer seiner Tischgäste warsehr erstaunt, als er eines Tages eine große Menge Landleute auf derTerrasse beim Schlosse traf, wohl an sechzig; sie wollten eine Bittschriftüberreichen, niemand hielt sie zurück.
Ausländer, die zum erstenmal in Berlin weilten, waren höchstüberrascht, wenn der König aus Potsdam herüberkam und sie nun dienergelnden, absprechenden, schmähsüchtigen Berliner gar nicht wieder-erkannten. „Sie können sich nicht vorstellen," schreibt 1777 der ebeneingetroffene englische Gesandte Elliot in einem vertraulichen Briefan einen Verwandten, „wie das Volk sich freute, ihn zu Pferde zu sehen;alles Klubgeschwätz von einem Lande, das unter dem Gewicht seinerLasten stöhne, und von einer Nation, die mit eiserner Rute regiert werde,verschwand vor dem aufrichtigen Zuruf aller Schichteu der Bevölkerung,die sich verbanden, ihre Begeisterung für ihren großen Monarchen zubezeugen." Ritt der König nach einer Truppenbesichtigung vom Tem-pelhofer Felde in die Stadt ein, unaufhörlich den Hut abnehmend, dann