Band 
Dritter Teil.
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2. Verfall und Untergang des Ordens, a) Bis zumersten Frieden zu Thorn 1411. Schon sehr bald nach derglänzenden Regierung Winrichs von Kniprode begann der Verfalldes Ordensstaates. Als Großfürst Jagiello von Litauen,um die Krone von Polen zu erhalten, 1386 mit seinem Volke zumChristentum übergetreten war und nun auch als Wladislaw II.zum Könige von Polen gewählt war, wurde die Lage des Ordensimmer gefährlicher, da auch die Polen, welche nach dem Besitze derOftfeeküste trachteten, dem Orden feindlich gesinnt waren, währenddie Zuzüge aus dem Reiche nun aufhörten und nur ungenügenddurch die Anwerbung von Söldnern ersetzt wurden. Dabei warder Orden seiner eigenen Unterthanen nicht sicher; denn diese er-trugen seine immer drückendere Herrschaft nur ungern, und schon1397 schloß der Landadel gegen die Übergriffe derselben einengeheimen Bund, den „Eidechsenbund". Eine Zeitlang wurdeein feindlicher Zusammenstoß noch vermieden durch die FeindschaftJagiellos mit seinem Vetter Witold in Litauen und die Fried-fertigkeit des Hochmeisters Konrad von Jungingen, welcherdas Ordensgebiet durch den Ankauf der Neumark 1402 vergrößerte.Aber unter seinem kriegerischen Bruder und Nachfolger Ulrichvon Jungingen kam es zum Kampfe. In der Schlacht beiTannenberg 1410 erlag der Orden vollständig; 40 000 Mann,darunter der Hochmeister, die meisten Gebietiger des Ordens und200 Ritter, fielen, und die Städte und der Adel unterwarfen sicheilends dem Sieger. Nur durch dessen Zögern wurde es dem ent-schlossenen Komtur Heinrich von Planen möglich, die Marien-burg schnell mit Lebensmitteln und Mannschaft zu versehen undden Angriff des langsam anrückenden Jagiello abzuschlagen. Nachseinem Abzüge entriß der nun zum Hochmeister gewählte Heinrichvon Planen den Polen wieder den größten Teil ihrer Eroberungenund erlangte den verhältnismäßig günstigen ersten Frieden vonThorn 1411, in welchem der Orden nur das früher den Litauernabgenommene Samogitien (zwischen Preußen und Livland) abtrat,aber sich zur Zahlung eines sehr beträchtlichen Lösegeldes für diegefangenen Ritter verpflichten mußte.

b) Bis zum zweiten Frieden von Thorn 1466. Währendim Orden selbst die Zuchtlosigkeit immer mehr überhand nahm, so