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die neue Lehre an. Im Jahre 1528 schafften sie den ka-tholischen Gottesdienst ab. Von Bern ging die Reformationauf das Gebiet desselben über. Einzig das Oberland ver-suchte mit Hilfe Obwaldens Widerstand. Ein bernerisches Heeraber überzog dasselbe, bestrafte die Führer und nahm derLandschaft ihre Banner und Freiheiten.
Berns Abfall war von entscheidender Bedeutung zugunstender Reformation. Bern folgten Schasshausen, St. Gallen,
Appcnzell und Basel. Ueberatl mußten die Katholiken, derReligionsfreiheit beraubt, sich zu ihren Neligionsgenossen deranderen Orte zurückziehen. Der Fürstbischof von Basel verlegteseinen Sitz nach Pruntrut und Delsberg.
In St. Gallen verbreitete Zwinglis Freund, Joachimvon Watt,- dessen Lehre. Ihm trat der Abt des Klosters,
Franz, entgegen, sowie der eifrige und gelehrte PredigerDr. Wendelin Oswald. Allein schon fingen auch in St. Gallendie Gewalttätigkeiten gegen die Klausnerinnen zu St. Leonardan. Die Fronleichnamsprozession wurde Gegenstand öffent-licher Beschimpfungen. Aus der St. Laurcnzenkirche ließl525 der Stadtrat die Bilder entfernen. Im Jahre 1525 wurdendie katholischen Gebräuche abgestellt und die Feier des hei-ligen Meßopfers verboten. Dem Beispiele der Stadt folgtedas Land. Der Landrat von Toggenbnrg befahl, nichtsanderes, als das reine Wort Gottes zu lehren. In der AltenLandschaft hörte alle Botmäßigkeir auf. Eine Landsgemeindezu Lömmenswil am 1. Mai 1525 verlangte Abschaffung allerBeschwerden.
Auch in Solothurn und Glarus fand die NeuerungEingang. Oft genug floß dabei sogar Bürgerblnt. InSolothurn verhinderte solches der Schultheiß Nikolaus Wengi,in Glarus der Landammann Äbli. Graubünden hingegenwurde von einem schrecklichen Sturme bewegt. Einer derFührer der katholischen Partei, der Abt des Klosters St. Lü-ften, wurde zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1526hingerichtet. Zwei Jahre nachher wurde zu Zürich derWeibel des Landvogts im Thnrgau, der eifrige KatholikWehrli, auf der Straße trotz seiner Amtskleidung ergriffen «
und am 5. März 1528 enthauptet. Im folgenden Jahre !
übten die Schwyzcr Wicdcrvcrgcltung und übergaben den <
evangelischen Pfarrer Keiser dem Feucrtode. i