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Spanien. Ludwig war ihm verwandt gewesen. Erbansprüchevorschützend, siel er daher in Belgien ein. Freilich standenihm diesmal noch drei Mächte: Holland, Schweden und Eng-land mit Belgien verbündet, gegenüber. Dach erhielt er imFrieden zu Aachen 1668 immerhin 12 feste Plätze mit Lille' von den Niederlanden zugesprochen.
t «?2 d) Der Holländische Krieg. (1672—1679.) Bald gelanges Ludwig, die Bundesgenossen zu trennen und Hollandallein anzugreifen. Da ließ Wilhelm III. von Oranien,der spätere König von England, bei Amsterdam die Dünen(Nheindämme) durchstechen. So wurde das Tiefland unterWasser gesetzt und Frankreichs Heer mußte sich zurückziehen.
Die Schweden aber, die jetzt für Ludwig kämpften,besiegte bei Fehrbellin unweit Berlin (1675) KurfürstFriedrich Wilhelm von Brandenburg, der mit KaiserLeopold I. (1657— 1705), dem Nachfolger Ferdinand 111.,sich auf die Seite der Holländer gestellt hatte. Trotzdem er-langte Ludwig zu Nymwcgen (1678) neue Vorteile, indemihm abermals einige feste Plätze in den Niederlanden nebstder Franche-Comtd, die bis jetzt zu Burgund gehört hatte,und die Stadt Frciburg im Breisgau zugesprochen wurden.
e) Die Hlemnonm oder Waulikriege. (1689.) Anlaß zudiesen Kriegen gab eine ungenaue Bestimmung des WestfälischenFriedens, nach welcher Elsaß-Lothringen an Frankreich kammitsamt den von diesen abhängigen Besitztümern. Es warnämlich nicht gesagt, wie weit diese Abhängigkeit sich erstrecke.So kannte Ludwigs Begehrlichkeit keine Grenzen mehr. Indiesem Kriege eroberte er Straßburg.
1885 Jetzt stand Ludwig auf dem Gipfel seiner Macht. Da hober auch das Edikt von Nantes auf. Es war im Jahre1685. Seinem Herrschergciste widerstrebte es, in seinem Landenoch Untertanen zu wissen mit besonderen Vorrechten undPrivilegien.
>688 ü) Aer pfälzische Krieg (1688—1697.) Hier handeltees sich wiederum um ein Erbe. Als nämlich der KurfürstKarl 1685 kinderlos starb, erhob Ludwig im Namen seinerSchwägerin, der Herzogin vor Orlsans, wieder Erban-sprüche. Sofort stand auch sein Heer wieder mitten inFeindesland, um es schrecklich zu verwüsten. Doch war Lud-wig diesmal weniger glücklich. Im Frieden zu Nhswyk