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(1697) mußte er aus die Pfalz verzichten, ja selbst Freiburgwieder herausgeben.
6) Der Spanische LMolgekrieg. (1701—1714.) Der wich-i7«iitigste Krieg, den Ludwig führte, war der Spanische Erbfolgekrieg.
Die Veranlassung zu demselben war folgende: Lud-wig XIV. hatte zur Gemahlin die spanische Prinzessin MariaTheresia; er hatte aber bei der Heirat durch Vertrag^auf dasErbe von Spanien verzichtet. Leopold I. von Österreichhatte ebenfalls eine spanische Prinzessin, Margarcta Theresia,geheiratet; diese war erbberechtigt. Der König von Spanien,Karl II., blieb ohne männliche Nachkommen. Damit nunkein Teil eine zu große Macht erhalte, kam durch die Ver-mittlung Wilhelms von England noch zu LebzeitenKarls „ein Vertrag zu stände, nach welchem Spanien zwi-schen Österreich und Frankreich geteilt werden sollte. Da
starb Karl II. von Spanien im November 1700. Ludwigaber hatte es verstanden, denselben für sich zu gewinnen, undzwar so, daß Karl dessen Enkel, Philipp von Anjon, dasganze Erbe zuschrieb. Natürlich erklärten England und Öster-reich das Vermächtnis als Vertragsbruch und griffen zu-gunsten von Leopolds Sohn zu den Waffen. Ja, ganz
Europa nahm jetzt am Kriege teil.
Der Sieg blieb unentschieden. Zuerst hatten Österreichund England die Oberhand. Bom Jahre 1711 an wandtesich das Kriegsglück abermals zugunsten Frankreichs. Jo-seph I. (1705—1711), der Nachfolger Leopolds I., starb.
Dadurch wurde Karl als Karl VI. (1711—1740) deutscherKaiser. Infolgedessen wollten England und Holland selbst
nicht mehr, daß er auch noch Spanien erhalte, So ward
1713 zunächst der Friede zu Utrecht zwischen Frankreich,England und Savoycn geschlossen. Im Jahre 1714 folgte 1714der Gcsamtfricde zu R a statt.
Die Friedensbedingungcn waren folgende: Spanien mit denüberseeischen Kolonien behielt Philipp von Anjou. Da-gegen fielen die anderen Teile der spanischen Monarchie,nämlich Belgien, Mailand, Neapel und Sardinien an Öster- ,reich. England endlich erhielt die Festung Gibraltar, Iebenso mußten ihm die Franzosen jenseits des Meeres Neu- f
fundland und Ncuschottland mit den Ländern an der Hud- f
sonsbac amrecen. ;