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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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werbe, soweitdie vielenKriege sol-ches gestatte-ten. Ebensogründete siezahlreicheVolksschulenund höhereBildungsan-stalten. wiedie Universi-tät Wien, dieAkademicderbildendenKünste, Mi-litärschulen,Museen rc.Nicht minderpflegte sie dasRecht unddie Gerechtig-keit. Die Folter wurde abgeschafft, die drückenden Steuernwurden erleichtert, die Frondienste gemildert. Maria The-resia zur Seile stand ihr Gemahl Franz 1. (17451765),der seit dem Tode Karls VII. von Bayern zugleich den TitelDeutscher Kaiser" trug. Nach dessen Tod (1765) nahm sie ihrenSohn Joseph 11.(17651790) zum Mitregcntcn an. Dochvermochte dieser, solange Maria Theresia regierte, nur einen sehrgeringen Einfluß auf die Regierung zu gewinnen.

Maria Theresia liebte ihre Landcskindcr mit mütterlicherZärtlichkeit. Um dem durch Krieg verarmten Lande keineSchuldenlast aufzubürden, schränkte sie den Hofstaat ein, ver-einfachte die innere Verwaltung und verminderte die Zahl derBeamten. Fremde Sitten uyd Moden verbannte sie.Sie trat im Gegenteil als ein erhabenes Beispiel in derEinfachheit der Lebensart wie in der Sittcnrcinheit auf undforderte Nachahmung von ihren Untertanen.

Höher als Politik standen ihr Religion und Sitte.Sie wich nie von ihrer Überzeugung ab und vergab nichts

Maria Theresia im Lager von Lolenau.Nach dem Gemälde von S. Blaar.