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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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glisse jede» Schritt erschwerten. Schon bildete der Zug der Armee vonAirolo bis Altdors eine ununterbrochene Reihe von Lasttiere» und Nachzüglern.

Ohne den Truppen Ruhe und Rast zu gönnen, schlug der uner-bittliche Feldherr am 27. Sept. den Weg ins wilde Schächemal ein, univon da über die steile Felswand des Kinzigkulm den Weg ins Tal derMnota zu finden. Noch am.Abend trafen die ersten Kosakenschwärmein Mnota ein und nahmen dort ein paar Kompagnien Franzosen ge-fangen; der Zug des ganzen Heeres, das sich ranpenartig über die ödenFelsmassen hinbewegte, dauerte sechzig Stunden. Am Abend des 29. Sept.

war die ganze Masse nach un- _

nennbaren Anstrengungen inMnota angekommen. Es warkein Leiden, das erschöpfte Sol-daten treffen kann, ihnen erspartworden. Und wie viele warender Ermüdung erlegen oderhatten in den grausigen Felsab-gründen ihr Grab geiunden! —

Als Snworow das Schicksal derverbündeten Heere erfuhr unddie Unmöglichkeit einer Verbin-dung mit densetbeu einsah, ent-schloß er sich, wenngleich mitinnerem Widerstreben, zu einemnicht minder beschwerlichen Rück-zug über die Büudneralpen, mireinem ermatteten Heere ohneFußbekleidung und ohne zurei-chende Lebensrnittel. — Einfrisch gefallener, zwei Fuß tieferSchnee, der mit jedem Schrittewich, deckte die schmalen Fuß-wege, aus welchen die Felsmassendes Gebirgsrückens einzeln undmühsam erklettert werden muß-ten. Bon der Höhe herab, soweitdas Auge reichte, zeigten sichGranbüuden nnd Tirol als eine ungeheure Schneewüste, keine menschlicheSpur, kein Pfad war zu sehen; kein Strauch gewährte die Möglichkeit, Feuer zumachen; keine Felsspitze ragte hervor, um dem Wanderer zum Wegweiser oderzur Stütze zu dienen. Auf dem jenseitigen Abhänge war der Schnee so glattgefroren, daß nur der Sturz der vorder» Menschen und Pferde die folgen-den warnen konnte. Opfer hat dieser Marsch genug gekostet; die Krankenund Verwundeten mußten ohnedies zurückbleiben. Zwischen dem 8. nnd 9.Okt kam dann die Armee im Vorderrheintal an, wo sie die ersehnte Ruhe fand.

So schloß dieser wunderbare Alpenzug, der alles hinter sich läßt,was die berühmtesten Bergzüge alter und neuer Zeilen auszuweisen haben.Wohl war der Verlust an Menschen nnd Material, den die drei Wochengekostet, einer verlorenen Schlacht gleich, aber der Eindruck, den dasmachte, sah eher einem Siege ähnlich."

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Das Russenkreu) in der Lchollenen.Phot. von G. Gaßler, Arrdermatt.