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Als Kriegsentschädigung hatte Frankreich der Schweizacht Millionen Franken zu bezahlen. Zudem erhielten Bern,Solothurn und Basel noch die Gebiete des Jura, die früherunter dem Bischof von Basel gestanden, Obwaldcn das Talvon Engelberg u. s. w. Ebenso hatten die neuern Kantonean die früher regierenden Stände gleichsam als Auslösungs-summe noch 500,000 Franken zu entrichten, während AbtPankratius von St. Gallen für alle seine Besitzungen sichmit einer jährlichen Pension von 5000 Gulden zufriedengeben mußte.
Immerhin hatte also die Revolution nebst ihrem Elendauch der Schweiz manche Neuerung zum Bessern und manchenFortschritt gebracht. Die Hauptsache ist wohl die Abschaffungder Vorrechte der Stände sowohl, wie einzelner Familien undBürger, die Auflösung der alten Untertancnverhültnisse undan ihrer Stelle die Gründung und Festigung der 22 Kantonemit eigener Verfassung und doch wieder geeint zum gemein-samen Bunde. Dazu kam durch den Wiener Kongreß die An-erkennung der immerwährenden Neutralität der Schweizim Kriegsfalle.
Auch die kirchlichen Verhältniss c erlitten eine wich-tige Umgestaltung. Das große Bistum Konstanz, welchemder größte Teil der katholischen Schweiz angehörte, wurdedurch den Papst aufgelöst. Der größere Teil desselbenwurde dem Bistum Basel zugeteilt, dessen Bischof aber inSolothurn wohnte. Glarus und die Urkantone wurden demBistum Chur einverleibt. St. Gallen wurde allmählich eineigenes Bistum. Die Katholiken im Kanton Genf erhieltenim Bischof von Lausanne ihren Oberhirten.
6. Künste und Wissenschaften im Zeitalter derUevotntion.
1. Die falsche Aufklärung. Wie früher bemerkt wurde,kehrte mit dem Wicdcrerwachcn der alten Wissenschaft am Aus-gange des Mittclalters auch vielfach der alt» heidnische Geistin die Gemüter der Menschen zurück. Unter dem Scheine derAufklärung und der Bildung machten sich der Unglaube unddie Verkehrtheit täglich breiter. Insbesondere gilt das seitden Zeilen Friedrichs II. unb Josephs II. Eine ungläubige,haltlose Philosophie führte die Menschheit an den Rand des