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Abgrundes. Kant, Fichte, Schelling sind Männer, welchein diesem Geiste vorzugsweise gegen Ende des 18. und zuAnfang des 19. Jahrhunderts tätig waren.
Auch Rousseau und Voltaire wirkten durch ihre gott-losen Schriften nur zu nachhaltig nicht bloß auf Frankreich, son-dern auch auf Deutschland und die ganze gebildete Welt ein.
2. Aie ZZrflilduilgeil und Lntdecknngen der Neuzeit sindin ihrer Gesamtheit ebenfalls bereits früher erwähnt worden.
Daß der Dampf eine - große Kraft ausüben könne,wurde schon früher erkannt. Den ersten bedeutenden Schrittaber, diese Dampfkraft nutzbar zu machen, tat James Watt,der Erfinder der Dampfmaschine (1736—1819).
Im Jahre 1736 zu Greenock unweit Glasgow in Schottland geboren,von äußerst zarter Konstitution und darum fast immer leidend, lernte Wattvon seiner treuen, feingebildeten Mutter lesen und von seinem ehrbaren, aberwenig bemittelten Vater, der mit Schiffergeräten handelte und Maurerarbeitenunternahm, schreiben und rechnen. Später besuchte er eine Schule. Da er imZusammenlegen oder Zerlegen von Gegenständen nicht müde wurde und anden lärmenden Spielen anderer Knaben nicht teilnahm, hielten ihn diese fürdumm. Eines Abends tadelte ihn seine Tante, als er eine Stunde langam Teekessel saß, ohne ein Wort zu sprechen, und nichts tat, als daß erwiederholt den Deckel vom Teekessel wegnahm und bald eine Tasse, baldeinen Löffel über die aufsteigenden Dämpfe hielt und die heißen Tropfen, indie sich der Dampf verwandelte, auffing. Seine ausgesprochene Freudean mechanischen Arbeiten reifte in ihm den Entschluß, Mechaniker zuwerden. Im Alter von 19 Jahren begab er sich nach London in dieLehre und legte den Weg, der jetzt dank seiner Erfindung in zehn Stundenbefahren wird, in zwölf Tagen zurück. Hier stand er morgens früheauf, uin sich einen Extrapsennig zu verdienen und seinem Vater am Lehr-geld zu ersparen. Nach Glasgow zurückgekehrt, reparierte Watt einigefür die Hochschule angekommene Instrumente und wurde Universitäts-mechanikus; sein Geschick und sein Fleiß im Verfertigen von Instrumen-ten waren ganz erstaunlich und zogen die Aufmerksamkeit der Professorenauf sich.
Im Jahre 1763 verzichtete Watt auf seine bescheidene Wohnung inder Hochschule und etablierte sich in der Stadt als Baumeister; er be-teiligte sich an Hafen- und Kanalbauten. Im Jahre 1764 führte ihn dieReparatur einer unbrauchbar gewordenen Maschine auf seine erste wichtigeErfindung: die des Kondensators oder Verdichters; in diesem verdichtensich die Dämpfe, nachdem sie im Cylinder ihre Wirkung auf den Kolbenausgeübt. Dies leitete Watt auf eine zweite, noch wichtigere Erfindung:die der doppelt wirkenden Dampfmaschine.
Modert Julton (1765—1815), ein Amerikaner, ist der Erfinder desDampfschiffes. Im Jahre 1807 erbaute er das erste Dampfschiff.Dasselbe befuhr in regelmäßigen Fahrten den Hudson zwischen New 3)orkund Albany.