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in Dverdon iin Wandtlaudc eine Erziehungsanstalt. Diesewurde bald so berühmt, daß sie von lernbegierigen Schülernaus ganz Europa besucht wurde und 16 Lehrer mit 160Zöglingen zählte.
Pestalozzi war darauf bedacht, beim Unterrichte derKinder vorab von der unmittelbaren Anschauung derselbenauszugehen.
Mit dem gleichen Eifer wirkte zu Freiburg PaterGirard für die Hebung der Volksschule, während auch diehöhere Schule der Jesuiten in kurzer Zeit zu großer Be-rühmtheit gelaugte. Gleiches Ansehen genoß die Schule inL u z c r n.
7. Zie Zeit der Restauration und Regeneration.
Der Revolution folgte zunächst die Restauration, d. h.die Wiederherstellung der Zustände, wie sie vor derRevolution und der napolconischen Weltherrschaft gewesenwaren.
Zu dem Ende verbanden sich schon bei Gelegenheit des zwei-ten Pariserfriedcns Friedrich Wilhelm II. von Preußen,Alexander l. von Rußland und Franz II. von Österreich zuder sogenannten hl. Allianz. Durch diese verpflichteten siesich, ihre Untertanen nach den Vorschriften des Evangeliumswie Väter zu regieren und bei jeder Gelegenheit sich gegen-seitig zu unterstützen. Dem hl. Bunde traten bald alle üb-rigen Staaten Europas — mit Ausnahme Englands unddes Kirchenstaates — bei.
Allein bald fühlten sich die Fürsten wieder, wie zuvor,als unumschränkte Herrscher, denen mau einfach zu gehorchenhabe. Ihr Ziel war die Bekämpfung aller politischen Neue-rung. In den Ohren des Volkes dagegen klang es immernoch wie von vergangenen Zeiten her von Freiheit, Gleich-heit und Brüderlichkeit. Der alte Freiheitsdrang erwachtewieder.
Bald da, bald dort entstanden deshalb neue Kämpfe,bis endlich um die Mitte des Jahrhunderts die absoluteFürstengewalt durchweg — mit Ausnahme Rußlands — ge-brochen und au ihre Stelle die konstitutionelle Monarchieoder die Republik getreten war.