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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Durch Anhäufung von Schutt und Steingeröll war aber ihrBett allmählich so hoch geworden, daß sie durch keine Wuhrenmehr eingedämmt werden konnte. Bei jeder Anschwellungdes Wassers durchbrach die Linth ihre Ufer und ergoß sichüber die Ebene. Dadurch wurde das Land zum öden Sumpfe,durch dessen giftige Ausdünstung ansteckende Krankheiten ent-standen. Da faßten zwei wackere Männer, die RatsherrenKonrad Eschcr von Zürich und Konrad Schindler vonMollis, den hochherzigen Entschluß, das Land aus diesemElende zu retten. Mit 600Arbeitern begannen sie dieAusgrabung eines Ka-nals. Durch denselbenwird die Linth in denWalleusee geleitet, wo sieihr Geschiebe ablagernkann. Von dort führt derKanal den Abfluß desWnllcnsces in den Zürich-see. In zehn Jahren wardas Werk vollendet. Seit-dem ist die Gegend zu bei-den Seiten der Linth eineder fruchtbarsten imSchwcizerlande geworden.

Escher von der Lintbgest. 1823.

Konrad Escher, der Sohnvornehmer Eitern zn Zürich, zeigte schon früh einen lebhaften Trieb zurTätigkeit. Bald beschäftigte sich der Knabe mit Papparbciten, bald mitHobeln, Drehen und Hämmern. Seine Ferien verlebte er auf dem Lande.Da gesellte, er sich zu den Banernkindern, hütete mit ihnen die Herdenund briet Apfel und Kartoffeln an ihrem Hirtenfener. Er liebte das Land-volk, und es ärgerte ihn, wenn er es von den Landvögten und deren Amt-leuten nnglimpflich behandelt sah.

Zum Jüngling herangewachsen, trat er in das Seidengeschäft seinesVaters. In der helvetischen Gesellschaft hörte er von dem traurigen Zu-stand der Gegend zwischen dem Zürich- und Wallensee. Ein Augenscheinüberzeugte ihn noch mehr von dem Elend. Doch wie helfen? Die Fran-zosen kamen ins Land, und die neue Ordnung der Dinge nahm alle Ge-danken in Anspruch. Escher wurde Mitglied der helvetischen Behörden.Aber er konnte es keiner Partei recht machen. Die Städter nannten ihneinen Freiheitsschwindler, die Landleute einen Aristokraten, weil er, wenn

Escher v. d. Linth.