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Grundriss der Welt- und Schweizergeschichte für Sekundar-, Bezirks- und Realschulen sowie die untern Klassen des Gymnasiums / von J. Helg
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Antrag von Augustin Kcller die Aufhebung der Klöster da-selbst. Es waren ihrer acht. Der Rat stimmte bei, undsofort, mit unerhörter Härte, wurde der Beschluß auch voll-zogen. Innert zweimal 24 Stunden mußten sämtliche In-sassen trotz der größten Wintcrkälte (es war nämlich MitteJanuar) die Klöster räumen. Das Vermögen, etwa 6'/2 Mil-lionen, wurde eingezogen und sollte für Schul- und Armen-zwecke verwendet werden. Die Klosterhcrren von Wettingengründeten ein neues Kloster in Mehrerau am Bodensee,diejenigen von Muri ein solches zu Gries in Tirol.

Ein solches Vorgehen aber mußte die katholischen Kan-tone schwer kränken. Denn nicht nur war dieses Vorgehenvon feiten des aargauischcn Großen Rates gegen die Klösterein Gewaltakt an sich, sondern es verstieß dasselbe auch zu-gleich offenkundig gegen den Bundcsvertrag von 1815, der denBestand der Klöster sicherte. Auch die Tagsatzung widersprachdeshalb dem Vorgehen Aargaus. Doch stellte dies trotz allenVorstellungen nur die Fraucnklöstcr wieder her.

»841 4. Wem Verwicklungen. Inzwischen war in Lu-

zern im Jahre 1841 die liberale Regierung gestürzt wor-den und an ihre Stelle eine konservative getreten unterder Leitung des Advokaten Sieg wart-Müller und desgewandten Volksführers und Landmannes Leu von Eber-s o l. Auch traten nach den Vorgängen im Aargau die siebenkatholischen Kantone Uri, Schwyz, Unterwaldeu, Zug,Luzern,Freiburg und Wallis bereits 1843 abermalszu einem besonderen Bündnisse zusammen. Dabei beschlossensie: 1. einen Protest an alle Kantone zu erlassen und darindie Wiederherstellung der aufgehobenen Klöster zu verlangen,im Weigerungsfälle aber die Buudesgemeinschaft abzubrechen;2. zur Leitung und Förderung der Angelegenheiten ihres Bun-des eine Konferenz einzusetzen; 3. sich mit den erforderlicheuMitteln zn gemeinschaftlichen militärischen Maßnahmen zuversehen. Doch wurde das Bündnis vorläufig geheimgehalten.Endlich beriefen die Luzerner 1844 die Jesuiten als Lehreran ihre höheren Studicnanstalten. Die Antwort von seilender Liberalen gaben die sogenannten Frei sch arcn z ü ge.

Es waren dies Kriegszüge der Radikalen aus Luzcrn,dem Aargau und Basclland, welche sie gegen die Stadt Lu-zcrn unternahmen, um daselbst die konservative Regierung