248
Grenzbesctzung hatte sich die Barschaft bei den Banken undPrivaten so in den tiefsten Keller zurückgezogen und versteckt,daß die Eidgenossenschaft Gold sogar aus England bezogen undunter Bezeichnung des Kurswertes in Umlauf gesetzt hatte.
Die Taschenmunition, welche den Truppen au derGrenze abgenommen worden und infolge der Wittcrungsver-hültnisse und des summarischen Transportes zum großen Teileverdorben war, mußte sortiert und frisch verpackt werden.
5- Die Keimkelsr. Verschiedene Anregungen des HohenBundesrates, die Internierten vor dem vollständigen Frie-densschlüsse in die Heimat zu entlassen, scheiterten an demWiderstände des deutschen Hauptquartiers. Endlich am13. März schlug die Erlösuugsstunde. Am 24. März warder letzte Mann wieder in sein Vaterland zurückgekehrt, nach-dem 1700 ihre Ruhe in fremder Erde gefunden hatten. DieGroßzahl unter diesen war an Blattern, Nervenfiebcr undLungenentzündung gestorben.
Die Kostennote belicf sich auf Fr. 12,154,396. Dabeiwaren inbegriffen Fr. 1,615,159 für die 16,861 Mann derBewachungsmannschaft. Die Tageskosten für jeden Inter-nierten belicfen sich auf Fr. 2,97. Den 12. August 1872waren die von einer französischen Kommission geprüftenRechnungen vollständig beglichen.
Frankreich drückte durch einen feierlichen Beschluß derNationalversammlung in Bordeaux der Schweiz den tiefge-fühlten Dank aus. (Vcrgl. Troxler: Bourbaki nud die fran-zösische Ostarmee.)
13. Die schweizerische Wundesversassung vom Jahre 1874.
1. Aemsioirsversuche. Schon mehrmals seit dem Jahre1848 war wiederum an der Bundesverfassung hcrumgeflicktworden. Im Jahre 1866 wurde auch den Juden das Rechtder freien Niederlassung in der Schweiz gewährt, währendbis jetzt dieses Recht nur den christlichen Konfessionen (Katho-liken und Protestanten) zugestanden war. Ein „mit Frankreich ab-geschlossener Handelsvertrag verlangte diese Änderung zugunstender französischen Juden.
Ein neuer Versuch, die Verfassung zu ändern, wurdeim Jahre 1872 gemacht. Da aber durch diese Verfassung