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Geschichtsrepetitionen für die oberen Klassen höherer Lehranstalten / hrsg. von Friedrich Junge
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II. Das Mittelalter.

I. Periode. 481814. Das Frankenreich.

Religion. Die bisher arianischen Germanen werden Athanasianer die irischeund angelsächsische (Bonifatius) Mission im eigentlichen Dtschld.Emporkommen der römischen Bischöfe (Leo I. [450], Gregor I.[600]) Papsttum Ausbreitung des Mönchwesens (Benediktiner-regel der Stifter Benedikt v. Nursia in Monte Casino). InArabien stiftet Mohamed eine neue Religion, den Islam dessengewaltsame Ausbreitung über Asien, Nordafrika, Spanien.

Sitte. Die allgemeine Verwilderung (vgl. die Strafbestimmungen in dengerman. Volksrechten) weicht erst spät dem Einflüsse des Christen-tums und geordneter staatlicher Verhältnisse.

Verfassung. Königtum der fränkischen Merovinge (König Dienstadel [Antrustio-nen], daraus Hofbeamte: Major domus [Hausmaier], Marschalk,Kämmerer, Seneschalk, Mundschenk, Kanzler an der Spitzeder Gaue die vom König ernannten Grafen) daraus entwickeltsich die Herrschaft der Majores domus die Pippiniden (Kar-linger) infolge des unbesoldeten Kriegsdienstes Entstehungdes Lehnswesens (= Feudalwesen; Lehen urspgl. = beneficium,erst Später = feudum) Ausbau und Vollendung des Lehns-staates durch Karl d. G. Erneuerung des weström. Kaiser-tums.

Kultur. 1. Litteratur. a) deutsche: Anfänge des Althochdeutschen (Tatian).

b) latein. Poesie: vielfach geübt, am meisten am HofeKarls d. G.

Prosa: Die Geschichtsschreiber: (der Ost-goten) Cassiodor (525) und seinAusschreiber Jordanis (550) (derWestgoten) Isidor v. Sevilla (600) (der Franken) Gregor v. Tours(550). Die A n n a 1 e n (anschliefsendan die Ostertafeln) die Zeitgenos-sen K. d. G.: Einhard, sein Bio-graph, Paulus Diaconus (Lango-bardengeschichte), Angilbert, Alcuin.

2. Kunst: Altchristliche Kunst die Basiliken die byzantinische

Kunst (die Sophieenkirche) viel steifer Schematismus Ansätze zu eigenen Gestaltungen im Abend- und Morgen-lande.

3. Handel und Gewerbe: Der Handel meist noch in fremden Händen,

das Gewerbe in den ersten Anfängen.