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III. Die Neuzeit.
mark und Norwegen nehmen nochzu Luthers Lebzeiten seine Lehre an.
2. England. Heinrich VIII. Tudor, eifri-ger Anhänger der römischen Kirche —schreibt gegen Luther (defensor fidei)
— Streit mit dem Papste wegen seinerScheidung von Katharina v. Aragonien
— äufserliche Trennung der eng-lischen Kirche vom Papsttum :derKönigOberhaupt der englischen Kirche
— die innere Trennung führt erstHeinrichs VIII. Sohn, Eduard VI. ( Erz-bischof Cranmer), durch: Einführung desCalvinismus, der auch im NachbarlandeSchottland (John Knox) die Herrschaftgewinnt.
die Reformation im Lande formation vielhart verfolgt. Dennoch Anhang,
starke Ausbreitung der re-formierten Lehre: dieHugenotten.
2. Italien und Spanien. Inder 1. Hälfte des 16. Jahr-hunderts waren auch hierfast alle Gebildeten derReformation zugewandt,den festesten Boden ge-wann sie in den spanischenNiederlanden.
j. Gegenreformation.
Gegen die schnell sich ausbreitende Reformation erhebt sich zubald erfolgreichem Kampfe die römische Kirche, gestützta. auf den Jesuitenorden (gestiftet von dem Spanier Ignatiusvon Loyola , bestätigt 1540 — Zweck: Ausbreitung des katholischenGlaubens unter Heiden und Ketzern, erreicht durch Predigt, Beichteund Jugendunterricht [Jesuitenschulen, Jesuitenuniversitäten]),ß. auf die Inquisition (in Spanien unter Ferdinand d. Kathol.Werkzeug in den Händen des Königs zur Bewältigung desAdels und der Städte, jetzt in Italien durch Kardinal Caraffaerneuet und in die Dienste der Gegenreformation gestellt,bald in allen katholischen Landen von furchtbarer Wirkung[in Spanien die Autodafes = acta fidei]).f. auf die im Tridentiner Konzil 1545—1563 neugeschaffeneKirchenzucht und Kirchenlehre, die kein Zugeständnis andie Protestanten machte, die Stellung des Papstes als Ober-herrn der Kirche, selbst der Konzile schroff aussprach.
Unterstützt wird die römische Kirche in ihrem Kampfe 1. durchdie katholischen weltlichen Gewalten, besonders durch dieHabsburger (Philipp II. und Philipp III. von Spanien —Ferdinand II. und Ferdinand III. in Deutschland). 2. durchden Zwiespalt der Protestanten selbst (Gegensatz der Luthe-raner und Reformierten — die Konkordienformel 1577).