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8. Hat den Schenkel arg zerschlagen,
Starb den Tod nach dreißig Tagen.
Also wird Gott alle fällen,
Die nach Deutschlands Freiheit stellen!
K. Simrolk (1866).
Gelimer.
(Im Jahre 534 nach Chr.)
1. Wo ist dein Reich, o Gelimer,
Das große Vandalenreich?
Dein Heer, es irrt zerstreut umher;
Wo fliehst du hin so bleich?
2. Und als er zu den Maurusiern kam,
Die hatten nicht Brot, nicht Wein;
Wie man die Ähren vom Felde nahm,So mußten sie Speise sein.
3. Auf einem Berge wohnet' er,
Da war an Wasser Not;
Auch nahete der Griechen HeerUnd drohte rings mit Tod.
4. Und einen Boten sankt' er hinZum Feind, als nah er kam,
Und bat um eine Laute für ihn,
Um ein Brot und einen Schwamm.
5. Pharas, des Heeres Hüter, fragt:
„Sonst sprach er nichts dabei? —
Er soll sie haben; aber sagt,
Wozu will er die drei?"
6. „„Das Brot will essen Gelimer,
Weil keines er gesehn,
Seitdem mit wunden Füßen erIn die Berge mußte gehn.
7. Den Schwamm mit Wasser will er dann,Zu waschen die Augen sein.
Es kam schon lange kein Wasser daran,Als seine Thränen allein!
8. Die Laute soll ein Trost ihm seinIn dieser schweren Zeit:
Drauf will er spielen und singen dareinEin Lied von seinem Leid." "
A. Kopisch.