Beuteltiere.
Familie: Alnciscnücntlcr (N^rmecobUclao). Die Familie der Ameisen- oder Spitz-beutler besteht nur aus einer einzigen Gattung mit einer einzigen Art (iVl^rmecobius kasciatus,
S. 6s). Ihr Kopf ist spitz, die Beine sind mäßig hoch, die vorderen kräftigeren 5-, die Hinterenschwächeren Hzehig. Die Zunge ist wurmsörmig, lang und weit vorstreckbar, die Gesamtzahlder scharfen, spitzen Zähne ist sehr beträchtlich (34). Das Weibchen hat keinen Beutel. DieFarbe ist oben rostbraun und steigert sich entlang des Rückens zu schwarz, unten weißgelb.Ouer über den Rumpf verlaufen 8 bis ft weiße Ouerbinden. Das Tier bewohnt waldigeGegenden Süd- und Westaustraliens und lebt von Ameisen.
3. Familie: Itlcllcrürmlrr (kbalanFisticlae). Die Rletterbeutler sind nächtliche, vonpflanzen und zwar hauptsächlich von Früchten lebende Beuteltiere mit özchigen Hinter-füßen, die, da ihre »agellosen Innenzehen gegenständig sind, einen Greifsuß bilden. Die 2.und 5.Zehe sind hier verwachsen und zusammen nicht so stark wie jede einzelnederübrigen. Auchdie Borderfüße haben 3, aber ziemlich gleichmäßig entwickelte Zehen. Diese in ihren einzel-nen Gattungen im übrigen recht verschiedenartig organisierte Familie der Beuteltiere hat einsehr ausgedehntes Wohngebiet von Lelebes im Westen bis Tasmanien im Osten.
Alan kann die Familie der Rletterbeutler in 3 Unterfamilien zerlegen.
a) Unterfamilie: Vrutrlbärrn (kkascolarctirme) oder Roalos, sind sehr plumpe, groß-köpfige, schwanzlose Tiere und bilden nur eine Gattung mit einer Art (klmscolarctos cinerous,S. 62), an deren Borderfüßen der Daumen und die 2. Zehe verwachsen sind und einen gemein-samen Opponenten gegen die 5 übrigen Zehen bilden. Der Beutelbär, der übrigens Backen-taschen hat, lebt paarweise in Ostaustralien und frißt nachts Baumblätter.
b) Unterfamilie: UiiMise (kkalanbistinae), bewohnen die Inseln von Lelebes an östlichbis und mit Nordaustralien. Die echten Ruskuse (I'tmlan^er) haben einen langen, nur an derWurzel behaarten, starken Greifschwanz, einen weichen pelz und als echte Nachttiere eine spalt-förmige Pupille. Der Tüpfelkuskus (?kalan§er maculatus, S. 62) hat einen gräulichgelbenpelz mit unregelmäßig verteilten dunklen Flecken. Bewohnt Neuguinea, Banda und Amboina.
c) Unterfamilie: Flugdcullcr (ketaurinae), gleichen den fliegenden Eichhörnchen sowohlin Lebensweise als in Gestalt. Zwischen den Gliedmaßen spannt sich eine Seitenfalte als Flug-haut, als deren Fortsetzung die meist lange seitliche Behaarung des starken Schwanzes betrachtetwerden kann. So kommt ein Fallschirm zu stände, der die Tiere bei ihren Luftsprüngen in derSchwebe tragend erhält. Sie fressen nachts Blätter, Schößlinge, Blüten und Früchte, verschmä-hen aber auch Insekten, Eier und junge Böge! nicht. Eine sehr kleine Art ist die mit einer beson-ders breiten Flughaut und einem seitlich stark behaarten Schwänze ausgestattete, oben bräunlich-grau, unten weißlich gefärbte Opossum mau ss^crobates pygmaeus,S. 63) von Ostaustralien.
6. Familie: womvalst (kbascolomznclae). Die Familie der wombats umfaßt eine Gat-tung (bkascolomys) mit 3 Arten von Dachsgröße und plumpem Baue. Der breitstirnige Kopsist groß und dick, die kräftigen, gleichgroßen Gliedmaßen sind kurz und haben vorn undhinten Zehen, die mit Ausnahme der unbewehrten Hinteren Innenzehen stark gekrümmte Nägclhaben. In jeder Rieferhälfte steht, abgesehen von den 4< langen gebogenen Backenzähnen undeinem Lückenzahn, ein breiter, vorderer Nagezahn. Die Tiere treten mit ganzer Sohle auf,haben einen rudimentären Schwanz, verschlafen den Tag in weitläufigen^ selbstgegrabenenHöhlen und gehen nachts ihrer aus wurzeln und Gras bestehenden Nahrung nach. Ihre Fär-bung ist ein düsteres Graubraun. Der breitstirnige wombat (klmscolomz-s latikrons) be-wohnt Südaustralien, eine andere Art (ursinus, S.63) Tasmanien und die Inseln der Baßstraße.
7. Familie: .waulluursbruclcr (blotor^ctrclao). Diese noch wenig gekannte und erstvor einigen Jahren entdeckte Familie umfaßt nur eine im wüstesten Innern des kontinen-talen Australien hausende Gattung und Art (blotorzctos tz'pklops), die unterirdisch lebt, sogroß wie ein Rlaulwurf ist, einen goldgelben, seidenartig glänzenden pelz, rudimentäre Augenund sehr enge Ohröffnungen hat. Die Nase ist mit einer Art Hornschild bedeckt. Der kurzeSchwanz ist nackt, in der Mitte am breitesten. Die Gliedmaßen sind kurz, die Füße eigentümlichverdreht. Die s. und 2. Zehe der Borderfüße haben schmale Nägel und sind von der 3., 4>und 3., von denen die beiden letzteren gewaltige schaufelartige Krallen tragen, durch einentiefen Spalt getrennt. Die 3zehigen Hinterfüße sind nach innen gedreht, so daß die innerste Zehenach außen liegt. Dem Mageninhalt nach ernähren sich die Tierchen von Ameisen.
Marsball, Die Säugetiere. 2