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Sie gründete die große Stadt Babylon und andere Städte am Euphrat undTigris, legte Verkehrsstraßen an und errichtete staunenswerte Bauwerke. Zuden Ländern, welch« sie in Asien beherrschte, eroberte sie noch Ägypten unddrang in die oberen Nilländer vor, aber ihr gewaltiger Kriegszug gegenIndien mißlang: sie wurde geschlagen und kehrte, selbst verwundet, in ihr Reichzurück. Bald darauf starb sie und wurde zu den Göttern erhoben. Ihr SohnNinyas, ein Weichling, folgte ihr in der Regierung. — Dies der Inhalt jenerErzählungen, die lediglich auf Dichtungen beruhen.
Assyrien wurde um 1500 v. Chr. ein von Babylonien unabhängiges,selbständiges Reich. Kriegerische Könige dehnten dessen Grenzen nach allenSeiten weithin aus. Tiglat-Pilesar H. (um 740) hielt Babylonienund Medien in fester Abhängigkeit, eroberte Damaskus und gebot ge-waltig bis an die syrische Küste und die Grenzen Ägyptens. Sein SohnSalmanassar IV. eroberte die phönizischenStädte außer derJnselstadtTyrus und zerstörte (722) das Reich Israel (§ 13, 1). DessenNachfolger Sargon bezwäng Jnseltyrus, machte sich zum Könige vonBabylonien und führte mächtige Bauwerke auf. Sanhörib, der fol-gende König, bedrängte das Reich Juda und belagerte Jerusalem, zogaber nach einem erfolglosen Kampfe gegen Ägypten (die Sage von denFeldmäusen) wieder ab (§ 13, 2). Unter seinen Nachfolgern Assar-haddon und Assurbanipal (681—626), welche auch Ägypten unter-warfen (um 672, s. tz 3, 6, 3), stand das assyrische Reich auf demGipfel seiner Macht (großartige Palast- und Tempelbauten). Indes ver-standen die kriegsgewaltigen Könige nicht, die unterworfenen Völker demReiche fest einzufügen. Daher riefen fortwährende Aufstände derselbenunaufhörliche Heerzüge hervor, bis endlich das assyrische Reich selbst plötz-lich von der Höhe des Ruhmes und Glanzes in den Abgrund gestürztwurde. Es erlag dem gemeinsamen Angriff des MederkönigsCyaxäres (§ 6, ^.) und des Statthalters Nabopolassar von Baby-lonien, welche nach mehrjähriger Belagerung 606 Ninive zerstörten:der letzte Assyrerkönig — die Sage nennt ihn fälschlich den „weibischenSardanapäl" —verbrannte sich in seinem Palaste mit seinen Weibernund Schätzen; die stolze Hauptstadt wurde „zur Öde, zum Lager für dieTiere der Wüste".
3. Das neubabylonische Reich, 606-538. Nabopolassar, derGründer desselben, erhielt durch den Fall des assyrischen Reiches dessenLänder westlich vom Tigris (Mesopotamien, Syrien und Israel). SeinSohn Nebukadnezar besiegte den Ägypterkönig N e ch o, der bis zumEuphrat vorgedrungen war, in der Schlacht bei Circesium 605(8 3, 0, 3), eroberte Phönizien (Zerstörung von Sidon, dreizehnjährige