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cl. Die wichtigsten Kämpfe hatte er in Italien. Dieses Land warseit Arnulfs (Z 77, 3) Tode vom deutschen Reiche getrennt. Nachdem Tode des letzten Königs Lothar hatte der Markgraf Berengarvon Jvrea die Krone erhalten. Aber Lothars Witwe Adelheid, vonBerengar verfolgt, wandte sich um Hilfe an Otto, der mit einemHeere nach Italien zog, den Berengar besiegte, die Adelheid heiratete undsich zum Könige von Italien machte (die eiserne lombardischeKrone). 962 empfing er zu Rom die Kaiserkrone, die von nunan bei dem deutschen Reiche blieb, das seitdem den Namen heiligesrömisches Reich deutscher Nation erhielt. Auf einem späteren Zugenach Italien vermählte er, um auf Unteritalien ein Anrecht zu ge-winnen, seinen Sohn Otto mit der griechischen Kaisertochter Theo-phano. — Er starb, wie sein Vater, zu Memleben und wurde zuMagdeburg bestattet.
3. Otto II. 973—983, der „Rote" genannt, war schon bei Leb-zeiten des Vaters noch als Knabe zum Könige von Deutschland erwählt,dann in Rom mit der Kaiserkrone geschmückt worden. Er trieb denKönig von Frankreich, der, um Lothringen zu gewinnen, die Kaiser-stadt Aachen mit einem Heere überfallen hatte, bis Paris zurück undzwang ihn, seine Ansprüche auf Lothringen aufzugeben. Auf einem Zugenach Unteritalien, das er als Erbe seiner Gemahlin in Besitz nehmenwollte, wurde er von den Griechen, denen die Araber aus Sizilienzuhilfe gekommen waren, an der Küste von Calabrien geschlagen und ent-ging nur wie durch ein Wunder der Gefangenschaft. Er starb (28 Jahrealt) zu Rom.
4. Otto III. 983—1002, als dreijähriger Knabe Kaiser, zunächstunter der Vormundschaft seiner Mutter Theophano, die, unterstützt vondem Franzosen Gerbert (später Papst Sylvester II.) den Sinn des„Wunderkindes" von der „sächsischen Roheit" auf die griechisch-römischeBildung hinlenkte. Otto machte mehrere Züge nach Italien und wolltedas ewige Rom zum Kaisersitze erheben, wurde aber durch einen Aufstandder Römer und durch frühen Tod daran verhindert.
5. Heinrich II. der Heilige 1002—1024, Heinrichs des Zänkersvon Bayern Sohn und Kaiser Heinrichs I. Urenkel, machte (wie seine Ge-mahlin Kunigunde) viele fromme Stiftungen, namentlich gründete er dasBistum Bamberg. Drei Kriege führte er gegen den König Boleslavden Kühnen von Polen, der Böhmen räumen mußte. Dreimal zog ernach Italien, wo er nach Besiegung des Markgrafen Harduin vonJvrea, der sich zum Könige aufgeworfen hatte, die italienische Königskrone,