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später zu Rom die Kaiserkrone empfing (der Reichsapfel als Sinnbildder Weltkugel), zuletzt gegen die Griechen in Unteritalien mit Hilfe vonNormannen kämpfte. (Die Normannen erhielten später einen LandstrichCampaniens als kaiserliches Lehen, aus welchem das Normannenreichin Nnteritalien erwuchs). Mit Heinrich II. erlosch das säch-sische Kaiserhaus.
Unter den sächsischen Kaisern fingen die seit den letzten Karolingern inVerfall geratenen Wissenschaften (Z77, 4, Anm.) wieder an aufzuleben. AmHofe der Ottonen war man ihnen geneigt, Ottos des Großen Bruder, der Erz-bischof Bruno von Köln, begünstigte sie, und einzelne Bischöfe (wie der kunst-sinnige Bernward von Hildesheim, Erzieher und Ratgeber Ottos III.) thatensich durch Kenntnisse hervor. Ihre Hauptpflegestätten hatten die Wissenschaftenin den sich mehrenden Dom- und Stiftsschulen, wo sie ausschließlich inlateinischer Sprache betrieben wurden. Selbst in der Dichtung ist diedeutsche Sprache auf länger als ein Jahrhundert verstummt. Dagegen eignetesich die lateinische Klosterdichtung die Stoffe der alt-nationalen Heldensage anund erhielt sie dadurch, wenn auch in fremdem Gewände, den kommendenZeiten. — Das Christentum breitete sich nach Norden (vorzüglich durch dieWirksamkeit der Erzbischöfe von Hamburg-Bremen) und nach Osten (durch denheiligen Adalbert von Prag) weiter aus; allein der Fshdegeist, welcher nichtnur die weltlichen Großen, sondern auch viele Bischöfe und Äbte beherrschte,trat der inneren Wirksamkeit des Evangeliums hemmend entgegen (Z 80,Q, Anm.).
8 80.
Die fränkischen oder Mischen Kaiser 1024-1125.
(Konrad II. 1024—1039, Heinrich III. —1056, Heinrich IV. — 1106,Heinrich V. —1125.)
L. Konrad H. und Heinrich III.
1. Konrad II. von Franken 1024—1039 wurde auf der Ver-sammlung der deutschen Stämme in der Rheinebene zwischen Wornis undMainz gewählt (auf Vorschlag des Erzbischoss von Mainz, indem derjüngere Konrad nachgab). In Rom zum Kaiser gekrönt, vermählte Kon-rad seinen Sohn Heinrich mit der Tochter des Dänenkönigs Kanut desGroßen, dem er die Mark Schleswig (Z 79, 1) abtrat, sodaß die Eiderwieder die Nordgrenze des Reiches wurde. Das Königreich Bur-gund vereinigte er, da ihm der kinderlose König Rudolf III. die Erb-folge zugesichert — der beeinträchtigte Herzog Ernst von Schwaben,Konrads Stiefsohn, endet nach dreimaliger Empörung als Neichsfeind —nach Rudolfs Tode 1032 mit dem deutschen Reiche.
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