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Grundriss der Weltgeschichte für höhere Lehranstalten / von J. C. Andrä
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gesellschaft" zu dem Zwecks gegründet, alle Völker der Erde mit der heiligen Schriftin ihren Sprachen zu versorgen.

6. Die Heidenmission. Den Bibelgesellschaften zur Seite stehen die Missions-vereine, zunächst diejenigen für die Mission unter den Heiden. Waren anfangs dieevangelischen Missionen von einzelnen Religionsparteien, vorzugsweise von den Herrn-hutern und Pietisten betrieben worden, so umfaßte die 1795 gestiftete Londoner Mis-sionsgesellschaft die gesamten evangelischen Kirchen. Dann entstanden Missions-gesellschaften zu Basel, zu Berlin, zu Barmen rc., im ganzen jetzt 35 Gesellschaften, die anetwa 1600 Stätten der Erde mehr als 8000 teils abgesandte, teils eingeborene Arbeiterder Mission erhalten. Ihre Thätigkeit zeigt gute Erfolge in Afrika, besonders im Kap-land und auf Madagaskar; in China hat vor allen Gützlaff (gest. 1851) eine großartigeWirksamkeit entfaltet; die meisten Fortschritte macht die Mission in Australien und Poly-nesien: eine Anzahl Inseln, namentlich die Sandwichinseln, sind durch sie zum großenTeil dem Christentums gewonnen. Mit Eifer wird auch unter den morgenländischenChristen Vorderasiens und Abessiniens, wie unter den Mohammedanern gewirkt; dochsind trotz der Errichtung des evangelischen Bistums zu Jerusalem hier die Er-folge bis jetzt nicht sehr erheblich.

7. Die innere Mission, welche die Aufgabe hat, innerhalb der christlichen Gemein-schaft das Verlorene und Verkommene zu retten, erhielt vor allen durch Wichcrn (1848)neue, erfolgreiche Anregung: es entstand eine große Anzahl von Anstalten und Gesell-schaften zur Erziehung der Verlassenen und Verwahrlosten, zur Pflege der Armen, Kran-ken, Gefangenen; Rettungshäuser verschiedener Art wurden errichtet, unterdenen nament-lich das von Wichern gegründete sogenannte »Rauhe Haus" bei Hamburg und die vondem Pastor v. Bodelschwingh in Bielefeld hervorgerufenen Anstalten reichen Segenstiften. Die Krankenpflege wurde die Hauptaufgabe der Diakonissinnen, die zunächstaus der von dem Pfarrer Flieüner in Kaissrswerth errichteten Anstalt hervorgingen undsich durch weitausgebreitete aufopfernde Wirksamkeit insbesondere auch in den Kriegs-zeitsn von 1866 und 1870 reiche Verdienste erwarben. Auch der 1841 gestiftete Gustav-Adolfsverein, der den notleidenden evangelischen Gemeinden »in der Zerstreuung"aufzuhelfen bemüht ist, hat Erfolge erzielt, die von dem in der Kirche waltenden Geist«werkthätiger Liebe erfreuliches Zeugnis geben.

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Die deutsche Dichtung (und Musik).

(Vergl. Z 120.)

1. Goethe und Schiller. Als mit dem Ausbruche der französischenRevolution 1789 die neueste Periode der Weltgeschichte begann, befand sichdie deutsche Dichtung in ihrer Blütezeit. Das Zeitalter Friedrichsdes Großen, in welchem zunächst die Namen K lo p st ocks und L es sing shervorglänzen, war auf dem Gebiete der Poesie mehr und mehr in die Periodedes weimarischen Dichterkreises übergegangen, dem Wieland undHerder, vor allen aber Goethe und Schiller angehören, die beiden größten