Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

den Krieg wieder aufzunehmen. Doch Cyrus war ihm auf dem Fuß ge-folgt und stand, ehe es jener geahnt hatte, vor der Hauptstadt. Die zweiteSchlacht, die Krösus zur Rettung des eigenen Landes wagen mußte, gingEroberung verloren. Nach 14tägiger Belagerung wurdeSardes(549) erstürmt, KrösusSardes gefangen und dem König Cyrus überliefert. Es war geschehen, was dasOrakel geweissagt: Den Halys überschreitend, hatte Krösus ein großes Reich,sein eigenes Reich, zerstört. Der Sieger ließ den Überwundenen in Kettenlegen und mit zweimal sieben lydischen Knaben den Scheiterhaufen besteigen.

In solch' trauriger Lage gedachte Krösus der Worte des Solon: „KeinMensch sei glücklich zu nennen, dieweil er noch lebe," und rief laut aus:„O Solon, Solon, Solon!" Als Cyrus diese Worte hörte, sandte er dieDolmetscher hin und ließ fragen, wen er da anrufe? Krösus schwieg;als man aber in ihn drang, sprach er: „Einen Mann, darum ich viel gäbe,wenn er zu allen Herrschern redete!" Da fragten sie weiter, was er damitmeine und nötigten ihn, seine Unterredung mit dem athenischen Weisen zuerzählen. Alsbald befahl Cyrus, das Feuer, das schon emporloderte,auszulöschen und den Krösus samt seinen Leidensgefährten herabzunehmen.

Solchergestalt wurde dem Solon der Ruhm zu teil, daß er durcheinen Spruch der Könige einen vom Tod errettet und einen anderenWeisheit und Mäßigung gelehrt habe.

5. Miltiades: Schlacht vei Marathou?49v vor Chr.

I. Empörung der kleinasiatischen Griechen (500) gegen Darms Hystaspis 521—485;erster Zug der Perser gegen die Griechen unter Mardonius 492; die Gesandten derPerser in Athen und Sparta. 2. Zweiter Zug der Perser 490 1 die Schlacht beiMarathon (Landung in Attika, die Hilfe Platääs, Rede des Miltiades, Flucht derPerser, die Siegesbotschaft in Athen.). 3. Ankunft der Spartaner. — Miltiades stirbt.

1. Nachdem der Perserkönig Cyrus den Krösus überwunden unddas Land der Lydier sich zinsbar gemacht hatte, unterwarf er auch dieNiederlassungen derGriechen an derWestküsteKleinafiens. Die kleinasiatischenGriechen jedoch empörten sich ein halbes Jahrhundert später, 500 vor Chr.,gegen den Perserkönig Darius HystaspisU Dieser aber erschien schnellmit einem Heer und unterwarf sie wieder. Bei der Gelegenheit merkteer, daß auch die Athener an dem Kriege beteiligt gewesen waren. Siehatten nämlich ihren kleinasiatischen Landsleuten auf deren Bitte einigeSchiffe geschickt. Darius ergrimmte über die Einmischung dieses Volkesund schwur, dasselbe nachdrücklich zu züchtigen. Damit er es aber nichtvergäße, mußte ihm alle Tage bei der Mahlzeit ein Diener zurufen:„Herr, gedenke der Athener!"

Und Darius vergaß der Athener nicht. Unter dem Oberbefehl des1. Zug der Mardonius ließ er im Jahre 492 ein gewaltiges Heer und eine starkePerser Flotte ausgehen. Jenes setzte über den HellespoE und unterwarf sichmehrere Gebiete in Thracien?. Diese fuhr an der europäischen Küste ent-lang um das Vorgebirge Athos^. Hier gingen bei einem heftigen Nord-

> Unter Darius Hystaspis (521—485), dem zweiten Nachfolger des Cyrus,ließ Serubabel an der Stelle des durch Nebukadnezar 586 vor Chr. zerstörtenTempels zu Jerusalem einen neuen, den Serubabelschen Tempel erbauen 520—515vor Chr- Vgl. Csra 4, 24 und Kap. 5 u. 6. Haggai Kap. l u. 2.

r Hsllespont ist die Meerenge, die Europa von Asien trennt; jetzt die Straßeder Dardanellen. —Thracien, S.3 Anm. I. — Athos, ein Berg auf der östlichender drei Erdzungen, m welche Macedonien nach Süden ausläuft. — Vgl. Karte U.