Band 
Erster Kursus.
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Miltiades 490 vor Chr.

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winde 300 Schiffe mit mehr als 20 000 Mann zu Grunde. Das Land-heer war nicht glücklicher. Durch einen nächtlichen Überfall der Thracierwurde es fast völlig aufgerieben und Mardonius selbst verwundet. Sokehrte er mit Schimpf und Schande nach Asien zurück, ehe er noch die, gegenwelche er gesendet war, zu Gesicht bekommen.

Dieser mißlungene Versuch steigerte nur den Zorn des persischen Groß-königs. Er rüstete jetzt eine noch furchtbarere Macht. Bevor er sie aberabschickte, wollte er noch einmal die Griechen einladen, sich freiwilligzu unterwerfen. Er sandte Herolde aus, den einen hierhin, den anderndorthin, durch ganz Griechenland, Wasser und Erde als Zeichen derUnterwerfung zu fordern. Die Überreichung einer Schale mit Wasserdeutete nämlich auf die Unterwerfung aller Flüsse und Seen, undeiner andern mit Erde auf die Unterwerfung des ganzen festen Landes hin.

Viele Städte und die meisten Inseln unterwarfen sich den Persern. InAthen und Sparta aber gerieten die Bürger über dieses Ansinnen so inZorn, das; sie die Gesandten in Gräben und Brunnen warfen, mit denhöhnenden Worten: „Dort nehmt euch nach Belieben!"

2. Als dies dem Darius berichtet wurde, rief er seine Feldherren 2. Zug derDatis und Artaphernes zu sich und sprach: „Wohlan, ziehet hin nachGriechenland und machet zu Knechten die Männer von Athen und bringet ^0-die Knechte vor mein Angesicht!" Und alsbald wurden die Anker gelichtet.

Eine Flotte von 500 Schiffen, mit einem großen Landungsbeer an Bord,lief aus, den Rachebcfehl zu vollziehen. Mehrere Schiffe waren mit Kettenbeladen, um die gefangenen Griechen zu fesseln. Auch ein großer Marmor-block ward mit eingeschifft; dieser sollte als Siegeszeichen auf den Ruinenvon Athen errichtet werden. — Die Flotte der Perser segelte von der klein-asiatischen Küste hinüber nach Attika. Hier verwüsteten sie das Land undlagerten sich dann in der Ebene von Marathon (Karte II.), denn diese Marathonschien der schicklichste Ort für die persische Reiterei. 490.

In großen Sorgen hatten die Athener einen Schnellläuser nachSparta entsendet und bitten lassen, ihnen beizustchen und nicht zuzugeben,daß die älteste Stadt in Hellas in die Knechtschaft barbarischer' 'Männergerate. Nun war es aber gerade der neunte Tag im neuen Monde undden Lacedämoniern nach dem alten Gesetz und Glauben nicht erlaubt, vordemVollmond auszuziehen. So ließcnsie dieAthener ohneHilfe; nur das kleinePlatää in Böoticn (Karte II.) schickte 1000 Mann. Die Athener selbststellten 9000, indem sie in der Not ihre Sklaven bewaffneten. Klein undunbedeutend war freilich dieses Häuflein, aber fest entschlossen, für Freiheitund Vaterland alles zu wagen, geübt in Kampfspielen aller Art, dazu mitfesten Rüstungen und tüchtigen Waffen versehen- So zogen sie dem Feindeentgegen, Zehntausend gegen Hunderttausend.

Drei Meilen nordöstlich von Athen liegt der Flecken Marathon, wodie Perser sich gelagert hatten; die Masse ihrer Reiter und Fußgänger ver-düsterte weithin den Raum, der sich längs der Meeresküste hinzieht. EinePlötzliche Angst überfiel die Athener: sie wollten schon nach Hause zurück-kehren. Aber ein Mann hielt die Verzagten und flößte allen wieder Mutund Vertrauen ein; das war Miltiades. „Zeigen wir uns nicht gleichvon Anfang an als tapfere Männer," so rief er, „räumen wir schon das

' Barbaren nannten die Griechen alle Nichtgriechsn.

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