Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

erstemal schimpflich dem Feinde das Feld: dann wird er, kühn gemachtdurch unsere Flucht, uns verfolgen, angreifen und schlagen: unsere Stadt >

wird ein Raub der wilden Asiaten, wir selbst Sklaven des Perserkönigswerden. Zaudert nicht, ihr Griechen, lasset uns einig sein, einig zur Schlacht;solcher Entschluß rettet uns, rettet Griechenlands Freiheit!" Diese Redemachte die Herzen wieder stark und fest; im Sturmschritt gingen die Athener,Miltiades voran, auf die Barbaren los.

Auf beiden Seiten focht man mit großer Tapferkeit, und nachdem derKampf einige Zeit gewährt hatte, brachen die Perser im Mitteltreffen, wo-hin man die Sklaven gestellt hatte, durch und jagten nach ins Land hinein. .Auf beiden Flügeln aber siegten die Athener und Platäer; und wie sie hierdie Oberhand gewannen, ließen sie die Geschlagenen fliehen, zogen beideFlügel zusammen und stritten wider die, welche das Mitteltreffen durchbrochenhatten. Auch hier gewannen sie den Sieg. In Verwirrung stürzten die ifliehenden Perser nach den Schiffen. Aber die Griechen waren dicht hinter-drein, und als sie an den Strand kamen, steckten sie noch sieben Schiffe, ehesie vom Lande abstoßen konnten, in Brand. — Auf der sicheren See erholtensich die Perser von ihrem Schrecken und faßten alsbald den Plan, das vonStreitern entblößte Athen zu überfallen. Sie segelten südwärts um das Vor-gebirge Sunium (Karte II.). Aber auch diesen Fall hatte Miltiades voraus-bedacht und eilte mit einem Teil des Heeres in vollem Laufe nach der Stadtzurück. Als nun die Barbaren vor dem Hafen Athens erschienen, fanden sie ihndurch ein Heer beschützt und segelten verdrossenen Sinnes heim nach Asien.

Das ganze Lager der Perser mit all' seinen Kostbarkeiten samt den fürdie Griechen bestimmten Fesseln und dem Marmorblock kam in die Händeder Sieger. Von den Barbaren waren in dieser Schlacht gefallen 6400Mann. Die Athener dagegen zahlten nur 192 Tote. — Außer diesen starbnoch ein anderer eines rühmlichen Todes. Als nämlich der Sieg derAthener entschieden war, machte sich ein Bürger sofort auf den Weg undgelangte in fliegender Eile nach Athen. Nachdem er mit stockendem Odemhineingerufen: „Freuet euch, ihr Bürger! wir haben gesiegt!" fiel er entseeltzu Boden. — Das war die siegreiche Schlacht bei Marathon 490 vor Chr. ,3. Nach dem Vollmonde traf auch das Heer der Lacedämonier inAthen ein, nachdem es durch Eilmarsch in drei Tagen von Sparta nachAttika geeilt war, um noch zu rechter Zeit zu kommen. Da sie nun aberdie Schlacht schon vollbracht fanden, wollten sie wenigstens die Leichen derPerser sehen. Sie gingen daher nach Marathon und besahen sich dasSchlachtfeld, und nachdem sie die Athener und ihre That gelobt, zogen siewieder nach Hause. So wurde den Athenern der Ruhm zu teil, die ersten !von den Hellenen zu sein, welche ein zehnfach überlegenes Heer der gcfürch-tcten Perser aus dem Lande hinaus geschlagen hatten. !

Miltiades Dem Miltiades erwies man anfangs große Ehren, doch bald ward !im sein Name der Gegenstand des Neides. Feinde suchten ihn verdächtig zu !

Gefängnis, machen, als strebe er nach der Alleinherrschaft, und eine unglückliche Unter-nehmung (489) gegen die Insel Paros' erleichterte ihnen den Sieg. Erwurde zu einer Geldbuße von 50 Talenten^ verurteilt und, da er diese nicht

> Paros, Insel im Ägeischen Meere, gehört zu den CMaden (Karte II.).

2 Ew attisches Talent war eine Geldsumme von 4710 Mark.