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Alte Geschichte.
mit Gemälden von der Hand der ersten Meister verziert waren. DerVan des Ganzen soll über acht Millionen Mark gekostet haben. Durchjenes Säulenthor kam man auf die eigentliche Burg, einen geräumigenPlatz, der mit einer Mauer umzogen war. Auf dem obersten Gipfel derBurg stand das 26 Meter hohe Bild der Pallas Athene, der Schutz-göttin der Stadt, aus dem Erze der marathonischen Beute gegossen, in vollerRüstung und schaute gleichsam drohend von ihrer Warte, wer sich ihremNolke feindselig zu nahen Wage. Schon am Vorgebirge Sunium, fünfMeilen von Athen, sah man der Göttin Lanze und Helmbusch blitzen.
Unter der Menge von Tempeln, die mit fortlaufenden Lustwaldungenumgeben und mit den schönsten Gemälden und Bildsäulen geschmückt waren,Parthenon, erregte der Parthenon oder der Tempel der Athene die meiste Bewunde-rung. Um den marmornen Prachttempel lief eine geräumige Halle, die aufmarmornen Säulen ruhte. In dieser Halle sah man den Thron, aufwelchem Terxes während der Schlacht bei Salamis gesessen. In dem Tem-pel selbst stand die Bildsäule der Göttin in voller Rüstung, mit Helm,Phidias. Schild und Speer. Sie war 11,s Meter hoch, von Phidias aus Elfenbeingearbeitet und mit einem Gewände von ächtem Gold überkleidet. — Anfangssollte die Bildsäule aus Marmor gefertigt werden, und das Volk hatte essich schon auf den Rat des Phidias gefallen lassen. Als er aber noch hin-zusetzte: Marmor würde auch wohlfeiler sein, da schrie das ganze Volk:„Nein, nein! aus Gold und Elfenbein!"
2. Zur Hcrvorbringung solcher und ähnlicher Kunstwerke lebten da-mals die ausgezeichnetsten Meister, vor allen der eben genannte Phidiasund viele andere, von denen der eine den anderen zu übertreffen suchte. Zu
Zeuxis und den berühmtesten Malern gehörten Zeuxis und Parrhasius. BeideParrhasius. stellten einst einen Wettkampf an. Zeuxis malte Weintrauben so natürlich,daß die Vögel nach denselben flogen, um davon zu naschen. Nun brachteParrhasius auch sein Stück, das mit einem dünnen Vorhänge überzogenschien. „Ziehe doch den Vorhang weg!" sagte Zeuxis. Da lachte Parrhasius;denn der Vorhang war das Gemälde selbst. So täuschte der eine nurVögel, der andere aber einen großen Künstler.
Neben mehreren Ringschulen gab es in Athen auch drei Gymna-Gymnasien. sien (S. 16). Solch ein Gymnasium lag in einem weiten, mit Gebüschbepflanzten Garten. In der Mitte stand das Gebäude, umgeben von einemHofe mit Säulenhallen. Dahin gingen nicht nur die Lehrer, sondern über-,Haupt alle gebildeten Männer; ältere Leute unterhielten sich mit jüngerenüber das Schöne und Gute und alles, was den Geist zu bilden vermag.Außer den Lehrsälen gab es Bäder, Bahnen zum Wettrennen, sowie Plätzezu allerlei leiblichen Übungen. So stärkten und übten die Athener Geist und"Markt. Körper zugleich. — Der besuchteste Ort Athens war der Markt; dortwurde nicht bloß gekauft und verkauft, sondern es versammelten sich daselbstauch die Richter, um Recht zu sprechen, und die Volksgemeinde kam zusammen,uni über neue Gesetze zu beraten und abzustimmen. Außerdem wär der PlatzHafen, an dem Hafen sehr belebt; da wimmelte es von Bürgern und Sklaven,von Geschäftsmännern und Neugierigen, von abgehenden und ankommendenSchiffsleuten. Bald wurden Schiffe ausgeladen oder zur Fahrt gerüstet,bald andere vom Stapel gelassen und wieder andere liefen in den Hafen ein.
3. Diese Pracht und dieses reiche Leben waren vorzüglich das Werk des