Alexander 333 vor Chr.
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Goldes war hier so viel, daß man 20 000 Maulesel und 5000 Kamelebrauchte, es wegzuführen! Vier Monate blieb Alexander hier, damit sein Heerausruhe. Alle Tage wurden in Festlichkeiten verlebt.
Darius war indes nach den nordöstlichen Landschaften seines Reichesentflohen. Im April 330 brach Alexander aus, seinen Gegner einzuholen.Der Marsch ging durch die wildesten und ödesten Gegenden. — Einmalzog Alexander durch eine heiße Sandwüste, die kein Wasser hatte. Endlichhatte ein Reiter etwas aufgefunden und brachte es in seinem Helme demdurstenden König. Alexander nahm den Helm; da er aber sah, daß seineKrieger, ebenso wie er, nach Wasser lechzten, sprach er: „Soll ich der Ein-zige sein, der trinkt?" und goß das Wasser auf die Erde. Als die Sol-daten solche Enthaltsamkeit ihres Königs sahen, riefen sie begeistert: „Führeuns nur weiter, Wir sind nicht müde, nicht durstig, auch nicht sterblich, wennein solcher König uns führt!"
Darius ward endlich von seinem eigenen Statthalter in der ProvinzBaktricnl, Bessus, gefangen genommen und fortgeführt. Als AlexanderNachricht davon erhielt, jagte er ihm mit einem Trupp Reiter nach. So-bald der Verräter die Nähe der Verfolger merkte, versetzte er seinem Königmehrere Dolchstiche und eilte dann mit seinen Leuten auf raschen Pferden da-von. Alexanders Reiter fanden den unglücklichen Darius, mit Blut undStaub bedeckt, in den letzten Zügen. Er bat sie um einen Trunk Wasser. EinMacedonier brachte ihm solches in seinem Holm. Erquickt sprach der Unglück-liche: „Freund, das ist das höchste meiner Leiden, daß ich dir deine Wohlthatnicht vergelten kann; doch Alexander wird dich belohnen. Ihm reiche ichdurch dich meine Hand, und ich hoffe, die Götter werden ihm die Großmutvergelten, die er meiner Mutter, meiner Frau und meinen Kindern erwiesenhat!" Nach diesen Worten verschied er (330). — Eben kam Alexanderherangesprengt. Gerührt betrachtete er die Leiche des Mannes, den er, ohneihn zu hassen, so eifrig verfolgt und, ohne es zu wollen, so unglücklich ge-macht hatte. Er breitete seinen Mantel über ihn aus und ließ ihn nachPersepolis bringen, wo er feierlich beigesetzt wurde. Dann brach er wieder auf,um den Mörder zu verfolgen. Bessus ward ergriffen und hingerichtet (329).
Jetzt eilte Alexander an der Spitze seines Heeres von Stadt zuStadt; überall standen dem Unüberwindlichen die Thore offen. Der Wegdurch das nördliche Persien bis zum Kaspischen Meer (Karte I.) war ein ununter-brochener Triumphzug. Seine Krieger teilten sich in die reiche Beute undließen ihren König hoch leben.
Doch bald änderte sich der Sinn der Macedonier. Sie wurden un-willig und murrten laut. Ihr König schien sie zurückzusetzen; er schiennicht mehr Macedonier, sondern Perser sein zu wollen. Er verheiratetesich mit einer Perserin, Roxane, ließ sich auf morgenländische Weise be-dienen, kleidete sich wie ein Perser und forderte sogar, daß seine Leute nachmorgenländischer Sitte sich vor ihm niederwerfen sollten. Dabei wurde erwie ein persischer Großkönig oft übermütig und grausam; auch hörte er esgern, wenn man ihm schmeichelte.
Einst bei einem Schmause fiel das Gespräch auf die Thaten der Heldendes Alterrums. Schmeichler fanden diese klein und unbedeutend gegen dieThaten Alexanders, und Alexander ,reute sich. Nur Klitus gestand frei-
i Baktrien, persische Provinz am obern Oxus, jetzt Amu. Vgl. Karte I.
Flucht undTod desDarius330.
Klitus.