Band 
Erster Kursus.
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Alte Geschichte.

mutig, daß ihn sein Vater Philipp übertreffe. Da erhob sich Alexanderfinster von seinem Sitze, seine Augen funkelten vor Zorn, alle zitterten fürKlitus und führten ihn hinaus. Doch vergebens gewarnt, trat er wiederherein und behauptete noch heftiger die Wahrheit seiner Aussage. Da sprangAlexander wütend auf, riß einem Trabanten (Leibwächter) die Lanze aus derHand und durchstach den, der ihm am Granikus das Leben gerettet hatte. Kaumwar aber die blutige That geschehen, so kam der König zur Besinnung. Erweinte laut, rief klagend den Namen des gemordeten Freundes und verschloßsich endlich drei Tage und drei Nächte in seinem Zelte. Die Soldaten wurdenunruhig und jammerten: „Wer wird uns nach Hause führen, wenn Alexandernicht mehr ist!" Endlich drangen die Freunde Alexanders in das Zelt, tröstetenihn, der Tod des Klitus sei von den Göttern so bestimmt gewesen, und baten,daß er dem trauernden Heere sich zeige. Da kam er wieder hervor. Teilssein natürlicher Leichtsinn, teils ein neuer Kriegszug beruhigten bald sein Gemüt.Zug nach 6. Dieser Zug (328) ging nach Jndiei^ (Karte I.), damals ein sehrIndien bevölkertes, reiches Land mit blühenden Städten und Dörfern. Schon der Weg328—326. hjz ^ die Grenze Indiens war mit unerhörten Schwierigkeiten verbunden.

Man mußte ein steiles Gebirge ohne Weg und Steg überschreiten; dann hiel-ten reißende Ströme (der Indus mit seinen Nebenflüssen) den Heereszug auf,und jenseits stand ein drohender Feind, den Übergang streitig zu machen.

Dennoch rückte Alexander siegreich bis zum Flusse Hyda spesi (Kartei.).Porus. Am jenseitigen Ufer stand derKönig Porus mit einem großen Heer. Alexandersetzte des Nachts, während es blitzte und donnerte und der Regen in Strömenfloß, über den Strom und schlug das Heer des Porus. Dieser kämpfte wieein Löwe und war der letzte, welcher das Schlachtfeld verließ. Von Wundenerschöpft, ergab er sich. Man führte ihn zu Alexander. Dieser ging ihmentgegen, verwunderte sich über seine Größe und Schönheit und fragte ihn:„Wie willst du behandelt sein?" - „Wie ein König!" erwiderte Porus.„Verlangst du sonst nichts von mir?" fragte Alexander weiter. „Sonstnichts," war die Antwort, „jenes begreift alles schon in sich!" Sein Ver-langen ward ihm mehr als erfüllt: er bekam nicht nur sein Königreichwieder, sondern noch neue Besitzungen dazu?.

Der Sieg über Porus schreckte ganz Vorderindien. Die Völker, welcheAlexander sich nicht ergaben, flohen bestürzt über den Fluß Hyphasis^ (Karte 1.).

am Auch über diesen Fluß wollte Alexander setzen und so bis an das Ende der Welt^ 326 ^ vordringen. Da aber wurden die Macedonier unmutig. Sie waren es endlichmüde, sich von einem Volk auf das andere hetzen zu lassen. Alle sehntensich nach der Heimat, von welcher sie über 600 Meilen entfernt waren.Alexander wollte sie aufmuntern. Vergebens! Endlich sprach der Königerzürnt: „Ich werde weiter ziehen; wer mir nicht folgen will, kehre um undverkündige daheim, daß er seinen König verlassen habe!" Dann verschloßer sich drei Tage lang einsam in seinem Zelte. Als er aber merkte, daßdie Truppen bei ihrem Vorsätze blieben, erklärte er, er wolle mit ihnen um-

> Indien, das jetzige Vorderindien, die Halbinsel zwischen Indus und Gan-ges. — Hydaspes, jetzt Dschelam, Nebenfluß des Tschinab, welcher sich in denIndus ergießt. — Hyphasis, jetzt Vjasa, Nebenfluß des Setledsch, welcher in denIndus mündet.

2 Um diese Zeit starb Bucephalus, das Roß des Alexander, an den Wun-den, welche das edle Tier in einer Schlacht erhalten. Alexander nannte nach ihmeine neugegründete Stadt Bucephal «(Karte I.), das heutigeDschelalpuramDschelam.

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