Alexander 333 vor Chr.
41
kehren. Ein Freudengeschrei erscholl aus dem ganzen Lager. Alle drängtensich um ihren König und dankten ihm — daß der Unüberwindliche sichdoch von ihren Bitten habe überwinden lassen. Vor dem Abmarsch aberwurden 12 turmhohe Altäre und andere Siegeszeichen als Andenken er-richtet (326). Der größere Teil des Heeres schiffte sich unter Nearch,dem Führer der Flotte, auf dem Indus ein, um durch den IndischenO^ean in den Persischen Meerbusen zurückzukehren. Alexander selbst zogmit dem übrigen Teile des Heeres unter unsäglichen Beschwerden durch dieSandsteppen von Südpersien nach Babylon zurück, wo er mit seinen ein-geschifften Kriegsleuten wieder zusammentraf.
7. Feinde gab es nun nicht mehr zu bezwingen; daher widmete sichjetzt der Kriegesheld den Geschäften des Friedens. Bald ließ er Seen undMoräste austrocknen, bald Dämme und Kanäle anlegen, bald dachte er an dieUmschiffungAfrikas. Babylon solltedieHauptstadtseinesWeltreiches werden.
Allein mitten unter seinen Plänen erkrankte er plötzlich zu Babylon.
Ein heftiges Fieber, die Folge zu großer Anstrengungen, zum Teil auch derSchwelgerei, welcher er sich ergab, ließ alle Hoffnung auf Genesung schwin-den. Als seine Macedonier hörten, daß er im Sterben liege, strömten siezu seinem Palast und baten dringend um Einlaß. Man öffnete ihnen dasThor. Sie gingen Mann für Mann durch sein Schlafzimmer und küßtenihrem sterbenden Herrn die Hände; viele weinten, während andere, in stum-men Schmerz versunken, vor sich hinstarrten. Die Feldherren standen weh-mütig um sein Lager und reichten ihm die Hand. Er hob den Kopf indie Höhe und sprach bedeutungsvoll: „Ich ahne, es werden nach meinemTode blutige Kämpfe erfolgen." Man fragte den Sterbenden, wen er zuseinem Nachfolger bestimme? Er antwortete: „Den Würdigsten!"
Hierauf verschied er, im Juni 323 vor Chr. Er war erst 33 Jahre alt Alexanderund hatte nur 12 Jahre und 8 Monate regiert. f 323.
Was Alexander auf dem Totenbett ahnend vorhergesagt hatte, gingnur zu bald in Erfüllung. Weil er keinen Erben bestimmt hatte, so woll-ten alle seine Feldherren Erben sein. Jeder glaubte, ihm komme rechtmäßigein Teil von dem Reiche zu, an welchem er habe erobern helfen. Es er-hob sich ein langjähriger Kampf unter ihnen. Aus den Trümmern desgroßen Weltreiches gingen neue Reiche' hervor, die endlich alle unter dieHerrschaft eines anderen Volkes, unter die Herrschaft der Römer kamen.
> In der Schlacht bei Jpsus (Karte I.) im Jahre 301 wurde Antigonus vonPtolemäus und Seleukus besiegt. Diese bemächtigten sich der asiatischen und afri-kanischen Besitzungen Alexanders. Ptolemäus gründete in Ägypten das Reich der Ptole-mäer, Seleukus in Syrien das der Seleucidsn. Außerdem bildeten die euro-päischen Ländereien (Macedonien und Griechenland) ein besonderes Reich. —
Die Juden, welche bis 333 vor Chr. Unterthanen der Perser waren, unterwarfensich bei dem Zug Alexanders durch Palästina den Macedoniern. Bei der Teilungvon Alexanders Weltreich wurden sie Unterthanen der Ptolemäer. denen aberPalästina um 200 vor Chr. von den Seleuciden entrissen ward. Die Judenmachten sich unter Antiochus Epiphanes durch die Makkabäer im Jahre 167frei von der syrischen Herrschaft, wurden aber 63 vor Chr. Unterthanen der Römer.
1