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Alte Geschichte.
umgeben von dem Volke, auf dem Markte saß, näherte sich der KonsulAntonius und überreichte knieend dem Cäsar eine mit Lorbeer umwundeneKrone. In bangem Schweigen harrte ängstlich die versammelte Menge, wasCäsar thun werde. Er wies die Krone zurück, und vom Jubel des Volkeshallte der Markt wieder. Noch einmal bot Antonius die Krone dar, nocheinmal wies sie Cäsar zurück, und noch lauter tönte das Freudengeschrci derRömer. Cäsars Weigerung war Verstellung, er hatte gehofft, das Volkwerde ihn auffordern, die Krone anzunehmen. Mit unterdrücktem Ärger stander von seinem Thron auf und sagte: „Jupiter allein ist König!"
Cäsars Aber viele Römer merkten, wonach Cäsar strebte, und endlich verbandenErmordung sich 60 Männer, den gefährlichen Feind der Freiheit zu ermorden. An der44. Spitze der Verschwörung standen Brutus und Kassius. Letzterer haßteCäsar, weil er ihm das Konsulat versprochen und nicht Wort gehalten.Brutus aber, der schon um seines Namens willen die bedrohte Freiheit rettenzu müssen glaubte, war ein Feind Cäsars, weil er ihn für einen Tyrannen*hielt. Cäsar dagegen liebte den edlen Jüngling wie seinen Sohn und über-häufte ihn mit Beweisen seines Wohlwollens. — Den 15. März 44 hattendie Freunde Cäsars zu einem zweiten Versuche bestimmt, denselben zum Königezu machen; seine Feinde setzten diesen Tag fest zu seinem Sturz. Cäsarwar gewarnt, und am Morgen des verhängnisvollen Tages bat ihn seineGemahlin inständig, nicht in den Senat zu gehen, weil sie unglückverkündendeTräume gehabt habe. Cäsar beschloß, nicht zu gehen; aber bald darauf be-suchte ihn ein Vetter des Brutus, der ihm vorstellte, wie sehr er den Senatbeleidigen würde, wenn er nicht käme. Cäsar machte sich daher auf denWeg. Auf der Straße steckte ihm ein Freund einen Brief zu, in dem dieganze Verschwörung entdeckt war. Cäsar meinte, es eile nicht, den Briefzu lesen und gab ihn seinem Diener zum Aufheben. Er trat in den Saal,wo sich der Senat bereits versammelt hatte und setzte sich auf seinen goldenenSessel. Kaum hatte er Platz genommen, so drängten sich die Verschworenenum ihn. Einer derselben, Tullius Cimber, stand voran und bat umGnade für seinen Bruder, der aus Rom verbannt worden war; die übrigenstellten sich, als wollten sie dieses Gesuch unterstützen. Cäsar schlug dieBitte ab, da ergriff Cimber Cäsars Toga und riß sie gewaltsam von derSchulter. Dies war das verabredete Zeichen zur Ermordung. Kaska, dersich hinter Cäsars Stuhl gedrängt hatte, stieß mit dem Dolche zuerst nachihm. Entsetzt sprang Cäsar auf und mit den Worten: „Elender, was be-ginnst du!" faßte er ihn beim Arm. Aber schon drangen von allen Seitendie Dolche auf ihn ein. Einige Augenblicke verteidigte sich der Überfallene;als er aber auch seinen Liebling Brutus mit dem Dolch auf sich zukommensah, rief er wehmütig aus: „Auch du, mein Sohn!" (-»«ab ir-»;) hülltesich in seine Toga und sank, von 23 Dolchstichen durchbohrt, tot an derBildsäule des Pompejus nieder- — Der Senat war ein stummer Zeugedieser Vorgänge und stob, von Entsetzen ergriffen, auseinander.
17. Oktavian Augustns 3Ü vor Chr. bis 14 nach Chr.
1. Antonius und Lepidus. Schlacht bei Moden«. Oktavian Konsul. Zweites Trium-virat: Antonius, Lepidus und Oktavian 43. Proskriptionen in Rom. Ciceros Tod.
2. Schlacht bei Philippi 42. Lepidus nach Afrika. Antonius und Kleopatra. Er-
l Tyrann ist nach dem Begriff des Altertums jeder, der sich in einem Freistaatzum Oberherrn auswirft.