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Mittlere Geschichte.
Muhamed-i- 632.
Seine letzte Wallfahrt um die Kaaba hielt Muhamed, nachdem ersie zum Heiligtum seines Glaubens geweiht hatte, an der Spitze von 140000Anhängern. Dann kehrte er nach Medina zurück und starb bald darauf, derSage nach von einer Jüdin vergiftet, den 16. Juni 632, in einem Alter von61 Jahren. Sein Leichnam wurde in einen weißen Marmorsarg gelegt und zuMedina in der Hauptmoschee zur Verehrung der Pilger beigesetzt>.
3. Der Prophet der Araber wird uns also geschildert: Bart undHaupthaar waren schwarz, das Gesicht blendend weiß, die Stirn breit, dieAugenbrauen schmal und schöngewölbt, dazu kamen eine feingebogene Nase,schmale Lippen und Zähne von glänzender Weiße. Seine breiten Schultern,seine derben und wohlgerundeten Gliedmaßen zeugten von körperlicher Stärke.Den Kopf trug er etwas gebückt, er machte große Schritte, ging aber mitWürde, ohne Stolz und ohne Hast. Seine Sprache war einfach, klar undgedankenreich. Nahm er das Wort, so hingen die Zuhörer schweigend anseinen Lippen. Er war höflich, stieß niemanden zurück, schätzte keinen gering;die kleinste Dienstleistung nahm er hoch auf. Seine Lebensweise war einfach.Sein Bett war ein wollener Mantel und sein Kopfkissen ein mit Dattel-laub gefüllter, lederner Sack. Seine gewöhnliche Nahrung bestand ausDatteln, Gerstenbrot, Milch und Honig.
Der oberste Glaubenssatz von Muhameds Lehre ist: „Es ist nur einGott (Allah), und Muhamed ist sein Prophet!" Moses und Christus sindzwar göttliche Gesandte, doch steht Muhamed höher als beide. Als not-wendige Pflichten gebot er: Täglich fünfmaliges Waschen und Gebet,Fasten vom Aufgange bis zum Niedergänge der Sonne während des MonatsRamadan?, Almosen (den zehnten Teil der jährlichen Einnahme) und Wall-fahrt nach der Kaaba. „Das Gebet", sagte Muhamed, „führt auf halbemWege dem Herrn entgegen, Fasten bis an die Thür seines Hauses, Al-mosen öffnet dessen Pforten."
Das heilige Buch, in welches Muhameds Lehre nach seinem Tode ver-zeichnet wurde, heißt der Koran, d. i. die Schrift. Islam oder Glaubenennen seine Anhänger ihre Religion, sich selbst Glaubende, d. h. Moslemin,woher der Ausdruck Muselmänner stammt. Ihre Priester heißen Jman,ihre Oberpriester Mufti, ihre Mönche Derwische. Ihr wöchentlicher Feier-tag ist der Freitag. Das Weintrinken und das Spielen ist verboten, da-gegen Vielweiberei gestattet. Muhamed selbst hatte elf Frauen.
24. Deutschland: Bonifacius 755.
1. Die germanischen Völker in den römischen Provinzen christlich, in dem eigentlichen
r Diejenigen, welche nach Muhamed über das Reich der Araber (auch Sarazenen,d. i. Morgenlander genannt) herrschten, führten den Namen Kalifen,d. i. Nachfolger.Anfangs lebten sie In Medina, dann (seit 673) in Damaskus (in Syrien), zuletzt(seit 763) in Bagdad (am Tigris). Ihre Feldherren sandten sie aus, die Herrschaftund die Religion Muhameds über die Länder der Erde zu verbreiten. Bis zur Mittedes 7. Jahrhunderts waren die Nachbarländer Arabiens: Persien, Syrien mit Palästina,Ägypten und Nordafrika unterworfen und die drei letzten dem oströmischen Reich entrissen.Zu Anfang des 8. Jahrhunderts aber segelten die Araber hinüber nach Spanien undverdrängten 711 die Westgoten (S. 75 Anm. 1 und S. 93 Anm. 1) aus derHerrschaft dieses Landes.
? Der Ramadan ist der neunte Monat des muhamedanischen Jahres, das alsein Mondjahr nur 354 Tage zählt und daher in seinen Monaten mit unseren: Son-nenjahr nicht übereinstimmt.' Nach dem Ramadan folgt das dreitägige große B ei ram,ein Freudenfest.