Band 
Erster Kursus.
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Bonifacius 755.

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Deutschland heidnisch. Irische Missionäre.bekehren die Alemannen und Baiern. Win-fried aus England bei den Friesen 715; nach Rom; abermals bei den Friesen718—721; bei den Hessen 722. 2. „Bonifacius", Bischof von Deutschland 723; inThüringen und Hessen: die Eiche zu Geismar, Gründung von Kirchen und Klöstern.Bonifaz, Erzbischof 732. Errichtung von Bistümern. Bonifaz. Erzbischof zu Mainz(Pipin). Sein Zug nach Friesland; sein Tod 755.

1. Fast zu derselben Zeit, wo der Islam das Christentum in Syrien,Ägypten, Nordafrika und Spanien verdrängte, wurde durch die Predigt ein-zelner Männer ein großes Land der Lehre Jesu gewonnen — unser Vater-land. Die germanischen Völker', die während der Völkerwanderung Provinzendes römischen Reiches in Besitz nahmen, hatten das Christentum meist vonden unterworfenen Römern angenommen. Dagegen die in dem eigentlichenDeutschland zurückgebliebenen Stämme waren meist noch dem Heidentumergeben. Da erweckte Gott fromme Männer im fernen Norden auf denbritischen Inseln, um den Völkern ostwärts vom Rhein das Evangelium zuverkündigen. Diese Missionäre (Sendboten) wanderten, allen Bequemlichkeitendes Lebens entsagend, hin nach den deutschen Wäldern, mitten in das kriege-rische Gewühl der Völker, das Kruzifix und das Evangelium in der Hand.

Durch Mönche aus Irland hatte das Christentum in SüddeutschlandWurzel geschlagen: Alemannen" und Baiern hatten sich im Laufe des7. Jahrhunderts taufen lassen. Aber die Mitte und der Norden" Deutsch-lands waren größtenteils noch heidnisch. Da erschien auch für sie ein Ver-kündiger des Evangeliums. Winfried, im Jahre 682 in England geboren,hatte schon von Jugend auf den feurigen Wunsch, den Heiden das Wortdes Lebens zu predigen. In der Einsamkeit des Klosters bereitete er sichzu seinem heiligen Berufe vor. Im Jahre 715 segelte er hinüber nachFries land". Aber überall fand er feindselige Aufnahme und endlich,überzeugt von der Erfolglosigkeit seines Wirkens, kehrte er tiefbetrübt in seinKloster zurück. Er erkannte, daß er geistlicher und weltlicher Unterstützungbedürfe, um mit Erfolg eine Missionsreise zu unternehmen. Daher reisteWinfried 718 nach Rom, um den dasigen Bischof für sein Unternehmenzu gewinnen. Dies gelang ihm. Der begeisterte Sendbote Roms zognun über Baiern und Thüringen abermals nach Friesland, um hierden greisen Willi brord drei Jahre zu unterstützen und sich zum Missionärauszubilden. Dann wandte er sich 722 nach Mitteldeutschland und predigtedas Evangelium im Lande der Hessen.

2. Auf Befehl des Papstes reiste Winfried 723 zum zweitenmal nach

' Unter allen deutschen Stämmen wurden nach dem Untergänge des weströmischenReiches die Franken (S. 75 Anm. 1) am mächtigsten. Sie unterwarfen ihrerHerrschaft das übrige Gallien, indem sie die Westgoten bis über die Pyrenäen zu-rückdrängten und sich auch die Burgunder sS. 75 Anm. I) zinspflichtig machten.Da verlor Gallien seinen früheren Namen; es hieß von da an das Frankenreich,d. i. Frankreich. — Auch östlich vom Rhein erweiterten die Franken ihr Gebiet undunterwarfen sich das Land der Alemannen <bis an den Lech) und der Thüringer (biszur Unstrut und Saals), so daß ihre Herrschaft in der Mitte des 6. Jahrhundertsvon den Pyrenäen bis an die Saale, von der Nordsee bis an die Alpen reichte. —Die Franken hatten das Christentum 496 angenommen.

" Süddeutschland umfaßte Alemannien oder Schwaben von denVogesenbis zum Lech und Baiern vom Lech bis zum Böhmerwald und weiter abwärts ander Donau. — Mitteldeutschland hieß Franken (mit Hessenund Thüringen),d. i. das Land südlich vom Main bis nördlich zum Harz; die Ostgrenze bildete dieThüringische Saale. — Norddeutschland bildete Sachsen vom Niederrhein biszur Elbe. Zu Sachsen gehörte auch Friesland. (S. 76 Anm. 2 u. S. 85 Anm. 1).

Britische

Missionäre.

Winfriedbei denFriesen715,

in Rom718,

bei denFriesen718-721.