Band 
Erster Kursus.
Seite
95
JPEG-Download
 

Bonifacius 755.

95

dort sein Wanderzelt aufgeschlagen. Am andern Morgen aber kamen dieerzürnten Anhänger des Heidentums mit geschwungenen Waffen und erho-benem Schilde herbei. Die zweiundfünfzig Gefährten des Bonifaz wolltensich verteidigen, er aber sprach zum Frieden. Da stürzten die Feinde daherund erschlugen ihn mit seinem ganzen Gefolge.

So starb der fromme Mann im Jahre 755. Seine Gebeine be-grub man im Kloster Fulda, das er (744) gegründet und sich selbst zurletzten Ruhestätte auserkoren hatte.

25. Deutschland: Karl der Große 768-814.

1. Karl der Große, geboren 742, König der Franken 768—814, bis 741 mit Karlmann.Sein Zweck : ein christliches Abendland. Der Krieg gegen die heidnischen Sachsen772— 803; Zerstörung der Eresburg und Jrmensäule 772; Karls Zug gegen die Lango-barden (Lombarden); der eiserne Karl; Desidsrius in das Kloster 774. 2. Karls Zuggegen die Sachsen und Lombarden 776. Karls dritter Zug gegen die Sachsen 776.Reichstag zu Paderborn 777. Karls Zug nach Spanien 778: Rolands Tod. VierterZug gegen die Sachsen 776 —780. Gründung von Kirchen, Klöstern und Schulen.Karl zieht nach Italien 781. Das Blutbad in Verben 782. Schlachten bei Detmoldund an der Hase 783. Widukind läßt sich taufen 786. Ende der Kiimvfe mit denSachsen 804. 3. Kampf in Obsritalien und Baiern: Tassilo 788. Im Osten Deutsch-lands seit der Völkerwanderung slavische Völker Karls Zug gegen die Milzen 789;gegen die Avaren. Gründung der Ostmark 791. Karls Zug gegen die Normannen 811.Grenzen seines Reiches. Karls Krönung zum römischen Kaiser 800. 4. Karl ein Vaterseiner Völker: Schule und Kirche, Klöster; Gesang, die deutsche Sprache; Rechtspflege,die Grafen, der Heerbann; Karls Pfalzen. Seine äußere Erscheinung. 5. Karls letzteSchicksale, sein Tod 814. Ludwig der Fromme 814—840. Vertrag zu Verdun 843.

1. Karl der Große, wahrscheinlich zu Aachen 742 geboren, war derSohn Pipin des Kleinen (S. 94 Anm. 4). Nach dem Tode seines Vatersbestieg er, 26 Jahre alt (768), den Thron der Franken (S. 93 Anm. 1).Anfänglich regierte er mit seinem Bruder Karlmann gemeinschaftlich, alsdieser aber schon nach drei Jahren (771) starb, so erhielt er mit Übergehungder Söhne Karlmanns durch Beschluß der Großen das ganze Reich undwurde so Alleinherrscher. Sein Zweck war die Vereinigung aller Völ-ker des Abendlandes zu einem christlichen Staat.

In diesem Sinne war sein Hauptwerk die Bekehrung und Unterwerfungder Sachsen (S. 93 Anm. 2). Dieses alte mächtige Volk im NordwestenDeutschlands, geschützt durch unermeßliche Wälder und Sümpfe, mehr abernoch durch angestammte Tapferkeit, hatte bisher jeder fremden Gewalt getrotzt.Sie haßten die Franken samt ihrer Religion von dem gekreuzigten Gottes-sohn und fielen wiederholt plündernd und mordend in das fränkische Gebietein. — Auf einer Versammlung der Franken zu Worms' wurde (772) derKrieg gegen die unruhigen Nachbarn beschlossen. Auf ihres Königs Rufbrachen die Franken alsbald in das Sachsenland ein. Karl erstürmte dieEresburg'. Hier war der Hauptsitz der sächsischen Götter und Priester,der Volksfeste und Zusammenkünfte. Dann zog er nördlich und zerstörtedie Jrmensäule', ein Heiligtum der Sachsen, und drang siegreich bis zurWeser vor, worauf die Feinde um Frieden baten und Geiseln stellten.

Kaum war Karl in sein Reich zurückgekehrt, so mußte er einen Feld-zug gegen die Langobarden (S. 88) unternehmen. Karl und Karlmannwaren beide mit Töchtern des langobardischen Königs Desidcrius ver-

l Aachen, jetzt bedeutende Stadt an der Mestgrenze der Nheinprovinz.— Worms, S. 78 Anm. 2. — Eresburg, jetzt Stadtberge an der Diemel,linkem Nebenfluß der Weser. — Die I rm ensäu le war ein aus dem heiligen Haine derSachsen übrig gebliebener Baumstamm zwischen Weser und Diemel (unweit Altenbeken).

Bonifaz-j- 755.

742.

768.

771.

Die Sachsen772.

1- Zug ge-gen dieSachsen.

Die Lango-barden773 u 774.