Otto der Große 936—973.
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gab er an einen fränkischen Edlen, Konrad, dem er zugleich seine Tochter vermählte,und Baiern seinem begnadigten Bruder Heinrich. Franken und Sachsenregierte er einige Zeit selbst, ließ aber dann ersteres durch seinen Eidam Konradverwalten und erteilte letzteres (961) an seinen treuen Hermann von Billung.
3. Wie im innern, so wußte auch Otto nach außen seine Macht zubefestigen. Bald nach seiner Thronbesteigung hatten sich die von seinemVater unterworfenen Völker wieder erhoben. Gegen die Slaven kämpften Slaven,in langjährigen Kriegen der bereits genannte Hermann von Billung, so-wie der Markgraf Gero^, und nach blutigen Kämpfen waren von neuem dieMarken im Osten des Reiches unterworfen und vielfach erweitert. — ZurSicherung der eroberten Landschaften wurden dort (949—968) mehrere Bis-tümer? gegründet und dem 965 errichteten Erzbistum Magdeburg unterstellt.
Gegen die Dänen (S. 107), die einen verheerenden Einfall nach Sachsen Dänen,und Friesland gemacht, zog Otto 947; er gelangte bis in den nördlichenTeil der Jütischen Halbinsel und soll am Limfjord? seinen Speer weit hinaus ge-schleudert haben, um nach alter deutscher Sitte damit das Meer als des Reiches^
Grenze zu bezeichnen. Noch heute wird daher jene Bucht des Limfjord derOttensund genannt.
Aber auch in die Geschicke der Völker des Westens und Südens sollteder deutsche Otto mit kräftiger Hand eingreifen. Thronstrcitigkeitcn riefenihn nach Burgund», wo er 943 den rechtmäßigen König einsetzte und fort- Burgunddauernd großen Einfluß auf die Regierung des Landes übte. — Eb-nso zoger 946 nach Frankreich«, um dessen König gegen einen übermütigen Va- Frankreich,fallen bcizustehen. Aus den Händen der Deutschen empfing (950) der Nach-komme Karl des Großen die Krone wieder.
Doch noch ein höheres Ziel war für Otto in Italien vorbehalten. Italien.Dort war seit dem Aussterbcn der Karolinger (875) vollständige Willkürund Gewaltherrschaft eingerissen. Dahin wandte Otto sein Augenmerk, umdurch Aufrichtung des abendländischen Kaisertums, das seit 924 (seit Be-rengar des I. Tode) ruhte, dem Süden Europas eine feste Grundlage zugeben. Und wundersam begünstigte die Verkettung der Umstände seine Pläne.
Im Jahre 950 starb der lombardische König Lothar, der mit Adelheid,
> Gero starb 965, und Otto teilte hierauf das weite Gebiet, das derselbe mitsiegreichen Waffen beherrscht, in mehrere Marken. Der nördliche Teil bis südlichvon der Havel bildete die Nordinark (den nördlichen Teil der Provinz Brandenburgund das südliche Mecklenburg). — Von der unteren Saale bis an die Grenzen desHerzogtums Polen (Warthe) erstreckte sich die Ostmark (der Südostteil der ProvinzSachsen, der SUdteil der Provinz Brandenburg und Nordwestschlesien). — An derobern Saale bis jenseits der Lausitzer Neiße lag die Thüringische Mark, aus dersich später die Mark Meißen bildete (der Ostteil der Sächsischen Herzogtümer, dasKönigreich Sachsen und Teile des nordwestlichen Schlesiens).
2 Es waren dies Havelberg und Brandenburg in der Nordmark, Posenin der Ostmark, Meißen, Merseburg und Zeitz in der Thüringischen Mark. DerBischofssitz von Zeitz ward 1029 nach "N aumb u r g verlegt.
«Limfjord, bedeutender Meerbusen JUtlands, der sich im Südwesten zumOddesund verengt.
< In der Dänischen Mark (Schleswig und Jütland) gründete Otto die Bischofs-sitze: Schleswig, Ripen und Aarhus.
» Das Königreich Burgund hatte sich n,n 888 von dem Erbe Lothars (S. 102Anin. 1 und S. 105 Anm. 2) als selbständiges Land losgerissen und umfaßte dasGebiet, welches die Burgunder während der Völkerwanderung in Besitz genommenhatten (S. 75 Anm. 1). Von 1033—1378 gehörte Burgund zu Deutschlan d.
«In Frankreich regierten die Karolinger (S. 102 Anm. 1) bis 987.