Band 
Erster Kursus.
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Neue Geschichte.

Höchst

1622.

Maximilianvon BaiernKurfürst1623.

Christian v.Dänemark1625.

Wallenstein

Als hierauf (am 20. Juni 1622) auch Christian von Braun-schweig bei Höchst' von Tilly geschlagen wurde, geriet die ganze Pfalzin die Hände der Feinde, und im März 1623 belehnte der Kaiser den Her-zog von Baiern mit Land und Kurwürde Friedrich des V. So ging auchaus diesem Kampf der Kaiser durch die Hilfe der Liga siegreich hervor, undein Land, welches bisher von einem der reformierten Kirche angehörendenFürsten regiert worden war, hatte einen katholischen Herrn bekommen.

II. Drr dänische Ürirg 1624-1636.

1. König Christian IV. von Dänemark. Wallenstein 1625. 2. Die Schlacht an derDessauer Brücke 1626. Die Belagerung von Stralsund 1628. Der Friede zu Lübeck;das Restitutionsedikt 1629. 3. Klagen gegen Wallenstein. Der Reichstag zu Regens-burg 1630: Wallensteins Absetzung.

1. Der siegreiche Tilly hatte sich indes nach Niedersachsen ge-wendet, wo er protestantische Kirchen schloß, die evangelischen Geistlichen ver-jagte und andere Gewaltthätigkeiten verübte. Dies veranlaßte die nieder-sächsischen Stände, zu den Waffen zu greifen. Man übertrug (1625) demKönig Christian IV. von Dänemark die oberste Leitung des Krieges,und auch Mansfcld und der Herzog Christian schloffen sich mit neugewor-benen Scharen dem König an. — Der Kaiser wünschte nun, da derWiederausbruch des Krieges unvermeidlich war, ein eigenes Heer aufzustellen,denn schon lange hatte es ihn gedrückt, von Maximilian und der Liga ab-hängig zu sein. Gern nahm er darum (1625) das Anerbieten Albrechtsvon Wallenstein an, „ein kaiserliches Heer zu sammeln, ohne daß esdem Kaiser das geringste kosten sollte."

Wallenstein" stammte aus einem böhmischen Adelsgeschlecht undwar anfangs in der evangelischen Religion, zu welcher sich seine früh-verstorbenen Eltern bekannt hatten, erzogen worden, trat aber später in Ol-miitz', wo er in einer Jesuitenanstalt unterrichtet wurde, zur katholischenReligion über. Darauf besuchte er die Universität Altdorf' und unternahmdann zu seiner weiteren Ausbildung Reisen durch Holland, England, Fran-reich und Italien, wo er (in Padua) sich namentlich mit Astrologie" be-schäftigte. Nach seiner Rückkehr kämpfte er unter Kaiser Rudolf gegen dieTürken und vermählte sich dann mit einer reichen Witwe, deren baldigerTod (1614) ihn in den Besitz eines bedeutenden Vermögens setzte. BeimAusbruch der böhmischen Unruhen erklärte sich Wallenstein für den Kaiser,und dieser belohnte ihn dadurch, daß er ihm die Herrschaft Friedland' ver-lieh und ihm später (1627) die Würde eines Herzogs erteilte. Durch denbilligen Ankauf von 60 Gütern, die der Kaiser den unterworfenen Evange-lischen Böhmens weggenommen hatte, bereicherte sich Wallenstein noch mehr,

> Höch st, Stadt am Main, unterhalb Frankfurt, damals im Gebiet des Erz-bischoss von Mainz, jetzt in der Provinz Nassau. — Olmütz, Stadt an der March,in Mähren. — Altdorf, Städtchen in Franken, südöstlich von Nürnberg; die dasigeUniversität hat von 1508—1807 bestanden. — Friedland, Stadt im nordöstlichenBöhmen. Die „Herrschaft Friedland" umfaßte 9 Städte, sowie 57 Schlösser und Dörfer.

2 Wallenstein war 1583 auf dem Gute Hermanitz im Gebiete der obern Elbegeboren. Die Familie führte ihren Namen von dem im Walde bei Turnau (nord-östlich von Prag) liegenden Schlöffe und hieß eigentlich „Waldstein", wofür man be>reits damals „Wallenstein" sagte.

" Astrologie (Sterndeuterei) ist die trügerische Kunst, aus der Stellung derGestirne künftige Dinge, besonders das Schicksal der Menschen, herauslesen zu wollen.