Band 
Erster Kursus.
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Neue Geschichte.

GustavAdolf-I- 1632.

Das Heer der Schweden zählte 12 000 Fußgänger und gegen 7000Reiter. Wallenstein hatte noch über 20 000 Mann. Am Morgen desfolgenden Tages (16. November) ordnete der König bei einem dichten Nebel,der jede Aussicht hemmte, sein Heer. „Gott ist mein Harnisch!" sprach erdann, den angebotenen Panzer zurückweisend, und kniete nieder zum Gebet,während sein Heer beim Klänge der Trompeten das von ihm gedichtete Lied :„Verzage nicht, du Häuflein klein!" und Luthers „Ein feste Burg ist unserGott!" anstimmte.

Als gegen 11 Uhr der Nebel zu weichen begann uud der Feindsichtbar wurde, zog der König den Degen und sprengte an der Spitze desrechten Flügels mit den Worten: „Nun wollen wir in Gottes Namendran; Vorwärts!" gegen die Landstraße, aus deren vertieften GräbenWallensteins Geschütz Tod und Verderben den Schweden entgegen sprühte.Haufenweise stürzten diese, aber über die Leichen ihrer Brüder erreichten dieNachrückenden endlich die Landstraße. In demselben Augenblick, als GustavAdolf siegesfroh unter den ersten über die Graben vorgedrungen war, erhielter die Nachricht, daß sein Mitteltreffen wieder über die Straße zurückge-worfen worden sei. Sogleich eilte er an der Spitze eines Reiterregimentsden Weichenden zur Hilfe. Nur acht Personen vermochten dem Jagenden zurSeite zu bleiben. Plötzlich zerschmetterte ihm eine feindliche Kugel den linkenArm und gleich darauf erhält er einen Pistolenschuß (der kaiserliche Oberst-lieutenant von Falkenberg hatte ihn in einer Entfernung von zehn Schrittenabgefeuert) in den Rücken. Mit dem Seufzer: „Mein Gott, mein Gott!"sank er tötlich getroffen vom Pferde.

Als das mit Blut übergossene Roß des Königs die Reihen der Schwedendurchrannte und denselben den Tod feines Reiters erraten ließ, da rief Bern-hard von Weimar: „Ihr Schweden, ihr Deutsche! der Held ist gefallen,der für unsere Freiheit gestritten. Für mich giebt es kein Leben mehr, wenn ichseinen Tod nicht rächen soll. Wohlan denn! in den Tod oder zum Sieg!" Soführte er die rachedurstigen Scharen zum zweitenmal über die Gräben, und nacheinem furchtbaren Gemetzel hatten die Schweden überall die feindlichen Liniendurchbrochen und das eigene Geschütz der Kaiserlichen gegen dieselben gerichtet.

Da sprengte (gegen 3 Uhr) Pappenheim an der Spitze von acht Reiter-regimentern heran und stülpte sich mit Ungestüm auf die siegreichen Schweden.Von neuem wurden diese über die Landstraße zurückgeworfen, aber Pappen-heim sinkt, auf den Tod verwundet, vom Pferd, und mit ihm ist der Mutund die Siegeshoffnung der Kaiserlichen vernichtet. Sie beginnen zu Wanken,und bei einbrechender Nacht wendet sich das ganze Heer zur Flucht, auchPappenheims eben ankommendes Fußvolk in dieselbe fortreißend.

Am folgenden Tage sammelten sich in Leipzig die Trümmer deskaiserlichen Heeres um Wallenstein, der sie nach Böhmen führte.

Die Schweden brachten die Nacht aus dem Schlachtfelde zu. Erst amfolgenden Morgen fanden sie ihres Königs Leichnam, kaum kenntlich vorBlut und Wunden, zertreten von den Hufen der Pferde und aller Kleiderberaubt. Er lag unfern eines großen Steines, der seitdem der „Schweden-stein" genannt wird und jetzt neben einem später daselbst errichteten Denk-mal mit Pappeln umpflanzt ist. Die königliche Leiche wurde zunächst nachWeißenfels und von da weiter, von der trostlosen Gattin begleitet, nachStockholm gebracht.

3. Nach dem Tode Gustav Adolfs übernahm der schwedische Kanzler,