Band 
Zweiter Kursus.
Seite
4
JPEG-Download
 

1

Alte Geschichte.

uezar Tyrus nach dreizehnjähriger Belagerung ein, worauf die BewohnerNeutyrus Neu tyrus auf einer benachbarten Insel erbauten. Seit 538 waren die573- Phönicier Bundesgenossen der Perser; als aber Alexander der Große durchdie Schlacht bei Jssus (333) das Persische Reich bis in das Mark erschütterthatte und Tyrus dem stolzen Sieger noch zu widerstehen wagte, wurde es332. nach sicbenmvnatlicher Belagerung (332) erobert und zerstört. Von diesemSchlage erholte sich die Stadt nie wieder: ihr Handel zog sich nach Alexan-dria, der von Alexander neubegründeten Stadt an der Mündung des Nil.Ägypter. 5. Die Ägypter. — Ägypten > liegt in dem nordöstlichen Teile vonAfrika und ist ein überaus fruchtbares Land. Die Griechen nannten es ein„Geschenk des Nil", weil es den regelmäßigen jährlichen Überschwemmungendieses Flusses seine hohe Ertragsfähigkeit verdankt. Schon in frühester Zeitwar in dem Nilthale Bildung heimisch. Die Ägypter verstanden aus derByssusstaude feine Gewänder und aus der Papyrusstaude taugliches Papierzu fertigen. Auch wußten sie die Körper der Toten durch Einbalsamierenvor Verwesung zu schützen und als Mumien aufzubewahren. Das Be-deutendste aber leisteten sie in der Baukunst. Dies bestätigen die dreiPyramiden, großen Pyramiden (noch über 30 sind erhalten) in der Gegend des heutigenKairo. Die größte davon ist ungefähr 2700 vor Chr. erbaut und sollenan ihr 100 000 Menschen vierzig Jahre lang gearbeitet haben. Von einerquadratischen Grundfläche, die etwa 850 Meters im Umfang hat, erhebensich Steinblöcke bis zu einer Höhe von 135 Meters Die Steine liegen ohneMörtel übereinander und werden nur durch ihre Schwere zusammengehalten;doch sind sie so zusammengelegt, daß sie eine Treppe von unten nach obenbilden. Diese Stufen zu verdecken und den Eingang zu verbergen, hattendie Ägypter auswendig die ganze Pyramide mit glatten Quadersteinen be-legt, welche aber im Laufe der Zeit abgefallen sind. Inwendig findet manGänge, die bald wagrecht, bald schräg hinlaufen, Kammern und Säle, indenen die Mumien der verstorbenen Könige aufbewahrt wurden. — NichtObelisken, minder merkwürdig sind die Obelisken^. Es sind viereckige, oben etwasspitz zulaufende Säulen, die aus einem einzigen Granitstein gehauen sind.Unten messen sie 7,5 Meter im Gevierte und ihre Höhe schwankt zwischen 15und 50 Meter. Sie sind aufs feinste poliert und führen auf ihren Seiten-flächen hieroglyphische Bilder, durch welche die Ägypter ihre Gedankenauszudrücken pflegten. — Berühmt war auch das um 2200 vor Chr. (vonLabyrinth. König Amenemha) erbaute Labyrinth. Dieses ungeheuere Gebäude lag

' Ägypten zerfiel in drei Teile: 1. Oberägypten mit der HauptstadtTheben. 2. Mistelägypten mit der Hauptstadt Mcmphis und dem künst-lichen See Meri (See der Ueberschwcmmnng), welcher in nassen Jahren das über-flüssige Wasser des Nit in sich aufnehmen und in trockenen Jahren die schwachenFluten desselben verstärken sollte, und 3. Unterägypten mit der alten HauptstadtHeliopolis und den Städten Sais und Pelusium, zu denen späterhin nochAlcxandria kam. Zwei Nilarme schließen Unterägyptcn ein und gebe» ihm inVerbindung mit dem Meere die Gestalt eines Dreiecks, wovon es den griechischenNamen „Delta" führt.

» ' ^ Annaberg hat einen Umfang von 2000 Meter.

" Der Turm der Annaberger Hauptkirche ist gegen 60 Meter hoch.

^ Römische Kaiser ließen mehrere Obelisken nach Rom schaffen und dort ausstellen. Bei den späteren Verheerungen der Stadt wurden dieselben aber umgestürzt.Doch hat der Papst Sixtus V. im Jahre 1548 vier davon durch seinen BaumeisterFontana wieder aufrichten lassen. Im Jahr 183 t ist auch ein Obelisk nach Parisund 1878 einer nach London gebracht worden.