Band 
Zweiter Kursus.
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Alte Geschichte.

Romulus753- 716.

Numa

715—672.

Janustem-

pel.

1. Nach dem Tode des Romulus * * (753—716) leitete der Senatein Jahr hindurch die Staatsgcschäste, indem jeder Senator, wie ihn dieReihe traf, fünf Tage die Macht des Königs ausübte. Das Volk abermurrte, daß man ihm statt eines hundert Herrscher gegeben, und drangauf Abstellung der Vielherrschaft. Die Wahl fiel auf den durch Frömmig-keit und Weisheit hochberühmten Sabincr ^ Numa Pompilius, denSchwiegersohn des Titus Tatius.

2. Numa (715 — 672) war dem Krieg abhold und glaubte dem jungenStaat am meisten zu nützen, wenn er die in Schlachten verwilderten Ge-müter des Volkes durch weise Einrichtungen zöhme und an den Frieden ge-wöhne. Daher ordnete er den Gottesdienst, stellte sich selbst als Oberpriester(pontilox inaximus) an die Spitze des Religionswesens und leitete als solcherOpfer- und Festaufzüge. Die Zahl der vcstalischen Jungfrauen, die dasheilige Feuer in dem Tempel der Vesta (S. 16 Anm.) zu unterhalten hatten, ver-mehrte er von zwei auf vier. Dem Janus ^ zu Ehren baute er einen Tempel, dernur in Kricgszciten offen stehen sollte, damit man darin um Frieden bittenkönne. Daneben beförderte er den Ackerbau und sicherte die Felder einesjeden durch geheiligte Grenzsteine. Auch denKalender verbesserte er,indem erdas Jahr, das bis dahin nur 10 Monate hatte, in 12 Mondmonate ^ teilte.— Weil Numa so weise Einrichtungen traf, verbreitete sich die Sage, daßer von der Nymphe Egeria seine Weisheit lerne. Die 43 Jahre seinerRegierung flössen in stillem Glück dahin. Der Janustempcl blieb geschlossen,was während der Dauer des römischen Reiches nur noch zweimal geschehenist: zwischen dem 1. und 2. punischcn Kriege (235) und unter Augnstus (29).

13. Tullns Hostilins 672—64-0 vor Chr.

I. Tullus Hostilins 672—640, kriegerisch: Albalouga. Kampf der Horatier undKuriatier. Sieg der Römer. Der Schwcstcrmord. 2. Mcttus' Verrat. Die Albanerauf dem cälischcn Hügel. Tod des Hostilins. Ankus Marcius 640—616, fried-lich: der aventinische Hügel mit Latinern besetzt: Ostia.

1. Die Wahl der Kurien ^ fiel nach Numas Tode auf den kriegerischen

auf Rom mächtig ein. Sie waren gottesfürchtig und hielten viel auf Wahrsagungendurch Opfertiere, Anspicien und Vogelflug, Angurten). 2. Latin in, das Stammlandder Römer. 3. Kampanicn; an der Ostküste: 4. Umbricn. 5. Picenum.6. Samnium.

Untcritalien oder Großgriechcnland enthielt an der Westküste: 1. Lu-kanicn. 2. Bruttium; an der Ostküste: 3. Apulicn. 4. Äalabrien.

Westlich von Italien liegen die Inseln: 1. Sicilien. 2. Sardinien.

3. Korsika.

> Das von Rom unter den Königen und in der ersten Zeit der Republik Erzählteist nicht als Geschichte, sondern als Sage aufzufassen.

2 Die Sabiner wurden unter Romulus (Raub der Sabincrinncn) mit Romvereinigt. Ihr König war Titus Tatius, der noch vor Romulus starb.

^ Der Gott Ja uns wurde mit einem zwiefachen Gesicht dargestellt; gleichsamals schaue er in die Zukunft und in die Vergangenheit.

* Vor Numa hatte das Jahr nur zehn Monate; vom März bis Dezember. Dererste Monat war der März, dann folgten sie in der Reihe wie in unserem Kalenderbis zum Dezember, der also damals der zehnte Monat war. Numa fügte den Januarund Februar hinzu und setzte den Januar an den Anfang und den Februar an dasEnde des Jahres. Dem Februar, als dem letzten Monate, hängte man ein Jahrnms andere den Schaltmonat mit 20—22 Tagen an; daher kommt es, dast man auchnoch jetzt dem Februar, den Schalttag zuteilt. Späterhin setzten die Römer denFebruar an die zweite Stelle, zwischen Januar nnd März.

° Nach der Verfassung des Romulus waren die Patricieb in dreißig Kuriengeteilt.