Band 
Zweiter Kursus.
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Alte Geschichte.

anlassung, noch weiter für die Ehre des römischen Namens zu kämpfen.Angesichts der dringenden Gefahr gelobten die Reichen dem Volke Besserungseiner Lage. Nun halfen die Plebejer den Feind vertreiben. Nach demKriege aber warteten sie vergeblich auf Milderung der Schuldgesetze. Somehrmals getäuscht, zog endlich das Volk unter Siein ins im Jahre 494494 und lagerte sich 1^/z Stunden nordöstlich von Rom auf dem heiligen

Berge (mons sacsr).

Da sandten die Patricier zehn Senatoren ab, welche das Volk zurMenenius Rückkehr bewegen sollten. Hierbei war auch Menenius Agrippa, eingrippa. Aeblmg der Gemeinde; dieser führte das Wort und erzählte folgende Fabel:„—Einst empörten sich die Glieder des Körpers wider den Magen; dennsie wollten es nicht länger dulden, daß dieser allein in behaglicher Ruhe inder Mitte sitze und sich füttern lasse. Sie versagten ihm also den Dienst.Die Hände wollten keine Speise mehr in den Mund bringen, der Mundwollte sie nicht aufnehmen, und die Zähne wollten sie nicht zermalmen.Diesen Vorsatz führten die Glieder eine Zeit lang aus. Bald aber merktensie, daß es der Magen sei, der die Säfte der empfangenen Speise durch alleGlieder verteile und dadurch ihnen allen Kraft und Munterkeit verleihe. Sieließen daher von ihrem Vorhaben ab und söhnten sich wieder mit dem Magen aus."

Die Plebejer verstanden den Sinn dieser Rede und zeigten sich zumUnterhandeln geneigt; doch kehrten sie nicht eher nach Rom zurück, als bisdie Patricier alle Schuldgcfangenen in Freiheit gesetzt und dem Volke eineVolkstribu- eigene Obrigkeit gestattet hatten. Seit dieser Zeit (493) wählte das Volkum aus seiner Mitte 2 (darnach 5, später 10) Bolkstribuneu (kribuniMidis), welche die Armen gegen Übergriffe der Patricier schirmen sollten.Sie waren heilig und unverletzlich und blieben auch während der Diktaturin Wirksamkeit. Bei Senatsversammlungen saßen sie vor der geöffnetenThüre des Ratszimmers und hatten das Recht, jedem vom Senat gefaßtenBeschluß durch ihre Einrede (vsto, d. h. ich verbiete) die Giltigkeit zu versagen.

2. Doch schon in den nächsten Jahren (492—491) hätten die Plebejerbeinahe die errungenen Rechte wieder verloren. Rom wurde durch eineTeuerung. Hungersnot heimgesucht. Der Senat kaufte zwar Korn auf und empfingauch gern die Getreidesendungen, welche Hiero, König von Syrakus, derdarbenden Stadt zum Geschenk machte. Es entstand aber die Frage, zuwelchem Preise man die Frucht ablassen wolle. Die meisten Senatorenwaren dex Meinung, das Korn den Plebejern zu schenken oder doch umeinen geringen Preis zu verkaufen. Dagegen erhob sich Marcius, einstolzer Patricier, der sich durch Eroberung der volkskischen Stadt KorioliKoriolan. den Beinamen „Koriolanus" erworben hatte, und schlug vor, nur dann. eine unentgeltliche Verteilung vorzunehmen, wenn das Volk bereit sei, dieauf dem heiligen Berge geschlossenen Verträge zu vernichten. „Denn besterist es", so schloß er, „gar nicht zu regieren, als die Herrschaft mit demPöbel zu teilen."

Als das die Tribunen hörten, riefen sie ein Volksgericht ^ zusammen,Koriolan und dieses verurteilte Koriolan, der schon zu den Volskern entwichenVolsker» zu leben slänglicher Verbannung. Dafür wollte Koriolan Rache nehmen.

491. ' Dies waren die sogenannten oomitia tribata, in denen nach Köpfen (viritim)

abgestimmt wurde-