Band 
Zweiter Kursus.
Seite
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Servius Tullius 578—534 vor Chr.

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Rom war nun eine Republik (509—SO vor Chr.), in der jährlich Rom Repn-wechselnde Konsuln (Brutus und Kollatinus waren die ersten) regierten. blikZwar hoffte Targuinius, mit Hilfe benachbarter Völker die Herrschaft wieder 509—30.,n gewinnen; allein der König der EtruSkcr, Porsena, versagte nach denHeldenthaten des Horatius Kokles. des Mucius Skävola und derKlölia seine Mitwirkung, und die gegen Rom geführten Latincr wurdenam See Regilluö > 496 durch den Diktator^ Anlus Postnmius völlig Regillnsgeschlagen. — Tarquinius starb (495) als Verbannter zu Knmä^06.

15. Volkstribuncn 493. Marcius Koriolamis 491 vor Chr.

1. Patricier und Plebejer. Der „Kampfer in 28 Schlachten". Auswanderung aufai" vemgen Berg 494; Menenius Agrippa: Volkstribunc» 493. 2. Teuerung in"tE- Getreide aus Sicilien. Vorschlag des Koriolan. Vomiti» tributa. Koriolan beiden Volskeru; Zug gegen Rom. Rettung der Stadt. Tod des Koriolan 401.

1. Durch Abschaffung der Königsregiernng hatten nur die Patriciergewonnen; sie stellten zwei aus ihrer Mitte gewählte Konsuln an die Spitzedes Staates, nahmen alle Richterstühlc ein und hatten den Nießbrauch derStaatsläudereien (des agar xMians). Den Plebejern erging es um so Slot derschlechter: denn während die Könige sich im ganzen wohlwollend gegen die- Plebejer,selben bewiesen hatten, um an ihnen eine Stütze gegen die Vornehmen zufinden, kannten die nun herrschenden Patricier eine solche Rücksicht nicht unddrückten das Volk auf das härteste. — Bei Kriegszügen ließ der Patricierseine Lündereien durch Sklaven bebauen; das konnte der Plebejer nicht, under hatte daher bei der Heimkehr keine Ernte. Und doch mußte er Steuernzahlen und sich in jedem Fcldzuge selbst beköstigen. Borgte er bei denReichen, so mußte er hohen Zins, 8'/» vom Hundert, entrichten, und konnteer diesen nicht bezahlen, so verfiel sein Besitztum dem Gläubiger. Ja, dieSchuldgesctze waren so streng, daß jeder, dessen Habe zur Deckung nichtausreichte, in das Gefängnis geworfen oder als Sklave verkauft werden durfte.

Wegen dieser Bedrückung verweigerten die Plebejer schon im Kriegegegen die Latincr den Kriegsdienst. Zwar wurden sie damals noch zumGehorsam gebracht, doch sträubten sie sich später mehrmals gegen die Aus-hebung. Dazu vergrößerte folgender Vorfall die Erbitterung der Parteien.

Auf dem Markt erschien ein in Lumpen gehüllter Alter, welcher die Um-stehenden um Hilfe anrief. Man erkannte in ihm einen Hauptmann, der Der Käm-28 Schlachten mitgemacht und sich durch rühmliche Thaten hervorgethan Pfer in 28hatte. Er erklärte: „In dem letzten Kriege haben mir die Feinde Feld und Schlachten.Ernte, Haus und Hof verwüstet. Um mein Leben zu fristen, mußte ichSchulden machen. Da ich aber die hohen Zinsen nicht bezahlen konnte,wurde ich in die Knechtschaft geschleppt und dort unmenschlich behandelt!"

Und hierbei zeigte er seinen bluttriefenden Rücken, während seine narbcnvolle «

' Brust an die früheren Kriegsthatcn erinnerte. — Das Volk geriet in Wutund wartete nur auf eine Gelegenheit, den Reichen ihre Härte entgelten zu lassen.

Bald darauf rückten die Polster* gegen Rom heran. Da ver-weigerten die Plebejer den Waffendienst und erklärten, sie hätten keine Bcr-

* Regillus, See östlich von Rom. —Kumä, Stadt an der Küste Kampauiciis.

— Bolskcr, eine Völkerschaft südöstlich von Rom.

^ Die römische Republik wählte in dringenden Fällen, wenn rasche Entschließungund Ausführung Not that, einen Diktator, der sechs Monate alle Gewalten in sichvereinigte. Die Würde kam im Jahre 498 auf; Titus Lartius war zuerst und nachihm Anlus PostumiuS Diktator.