Band 
Zweiter Kursus.
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Marius und Sulla 106—78 vor Chr.

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Mithridates r, der mächtige König von Paulus*, hatte sein Gebietdurch Eroberungen erweitert und war dann in das römische Kleinasien ein-gefallen. Die gedrückten Kleinasiaten empfingen ihn als ihren Befreier undbrachten (im Jahre 88) auf seinen Befehl 80 000 Römer um. Hieraufsandte er seinen Feldherrn Archelaus mit Heer und Flotte nach Griechen-land und rief alle Bewohner des Festlandes und der Inseln zur Freiheitauf. Athen trat zuerst und darnach fast ganz Griechenland auf die Seitedes erbitterten Römerfcindes. So stand Mithridates an der Spitze einesfurchtbaren Völkerbundes und bedrohte als ein zweiter Hannibal Italienselbst mit Krieg.

Bei solcher Gefahr hielt cS der römische Senat für angezeigt, dieBundesgenossen zu beschwichtigen und ein wohlgerüstctes Heer aufzustellen,dessen Oberbefehl er dem Sulla übertrug. Darnach hatte aber auch Mariusgetrachtet und der beschloß, seinen Willen mit Gewalt durchzusetzen. Daherverband er sich mit dem Tribunen Sulpicius, welcher den Volksbeschlußherbeiführte, daß Marius den Oberbefehl erhalten solle. Sulla ging nachUnteritalicn, wo die ihm angewiesenen Legionen standen, und rückte mit diesenauf Rom los. So begann der erste Bürgerkrieg 88—81.

Vergeblich rief Marius die Bürger zum Kampf gegen die anlangendenLegionen auf: Sulla zog in die Stadt ein, begnügte sich aber damit, dieHäupter der Volkspartei, namentlich Marius, dessen Sohn und Sulpicius,in die Acht zu erklären. Nachdem er noch der Ernennung der Konsuln fürdas nächste Jahr (87) beigewohnt und selbst die Wahl des eifrigen MarianersCinna neben der seines Freundes Oktavius geduldet hatte, zog er auszum Kämpfe gegen den König von Pontus.

Unterdessen war Sulpicius ermordet worden. Marius aber entkamunter vielen Gefahren nach der Insel Cercina *, wo er den Winter (88 auf 87)hindurch auf Rache sann.

Die Gelegenheit dazu kam bald. Denn kaum war Sulla nach Griechen-land gegangen, so verlangte der Konsul Cinna die Zurückberufung desMarius. Hierüber kam es zu blutigen Kämpfen: 10 000 Mariauer wurdenerschlagen und Cinna selbst mußte fliehen. Sulla hatte ihm gezeigt, vonwem er unter solchen Verhältnissen Hilfe erwarten könne! Er eilte daher zuden Soldaten, welche Nola* belagerten, und stellte ihnen seine Vertreibungals eine Verletzung der VolkSrcchte dar. Alle folgten ihm gen Rom. Baldsetzte auch Marius nach Italien über und sammelte um sich, was gegen diePartei des Sulla losschlagen wollte. Mit einer Bande von 4—5000 Mannstieß er (87) vor Rom zu Cinna. Die Stadt unterhandelte mit den er-bitterten Parteihäuptern: Cinna ward als Konsul anerkannt und versprach,Schonung und Milde walten zu lassen. Nun hielt er seinen Einzug. Mariusrückte ihm nach, nahm aber schreckliche Rache an seinen Feinden. Vor undhinter ihm gingen seine Rotten; auf wen er zeigte, den töteten sie. DerKonsul Oktavius und viele Senatoren und Ritter wurden niedergemacht.Fünf Tage und fünf Nächte wüteten die Banden in der Stadt: mordeten,

> Mithridates hatte großen Verstand und ein außerordentliches Gedächtnis-,er sprach nicht weniger als 22 asiatische Sprachen.

* Pontus, Landschaft in Kleinasien an der Südöstliche des schwarzen Meeres.

— Cercina, Insel an der Nördliche von Afrika, südlich von Karthago, jetzt Kerkina.

— Nola, Stadt in Kompanien, östlich von Neapel.

Spieß ». Beriet, Weltgeichichte ir. ». Auflage.

Mithrida-

tes.

Streit umden Ober-befehl.

1. Bürger-krieg88-81.

Sulla inRom.

Marius aufder Flucht.

Cinna vorNola.

Rache desMarius.

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