Band 
Zweiter Kursus.
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Das Haus des Augustus 14—68 nach Chr.

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ehrt werden mußte. Endlich wollte der Unsinnige sogar sein Pferd zumKonsul machen! Da aber wurde er von zwei Hauptleuten ermordet.

Sein Onkel Klaudius (41—54), der jüngere Bruder des Gcrmanikus, Klaudiuswurde der Nachfolger. Dieser ließ Weiber und Freigelassene regieren und unter- 41—54.hielt sich dafür mit dem Anblick der Sterbenden, deren Zuckungen ihm dasangenehmste Schauspiel waren. Er wurde von seiner Gemahlin (Agrippina^)vergiftet, worauf sein Stiefsohn Nero znm Kaiser ausgerufen wurde.

2. In einem Alter von 17 Jahren trat Nero die Regierung an. NeroFünf Jahre lang gab er sich der Leitung des Bnrrus, des Obersten der 51—68.Leibwache, und seines Erziehers Seneka hin und regierte ohne Tadel. Dannaber entwickelte er einen solchen Hang zur Grausamkeit, Eitelkeit und Heuchelei,daß er ein wahrer Tyrann wurde. Er, der einst bei Unterzeichnung einesTodesurteils wünschte, nicht schreiben zu können, ließ seinen StiefbruderBritannikus, seine Lehrer Burrus und Seneka, ja seine Mutter und Gattinumbringen. Weniger Schuld scheint er indes an dem Brande Roms ge-Brand vonhabt zn haben. Die Feuersbrunst, welche im Jahre 64 zwei Drittel derStadt in Asche legte, war durch Zufall entstanden, hatte sich jedoch bei derheißen Jahreszeit (der Ausbruch war am 19. Juli), begünstigt durch dieschlechte Bauart, in den engen Straßen mit hölzernen Häusern äußerst schnellverbreitet. Nero ließ die Glut bekämpfen, allein erst am sechsten Tage wurdeman der Flammen dadurch Herr, daß man ganze Häuserreihen niederriß.

Nero stellte die in Rom lebenden Christen als die Urheber des Brandesdar, so daß über sie die erstes allgemeine Verfolgung erging. Ein TeilBerfolgungvon ihnen wurde enthauptet oder gekreuzigt, ein Teil in Felle wilder Tiere ''

genäht und den Hunden zum Zerfleischen vorgeworfen; andere ließ man mitentzündlichen Stoffen überziehen und als lebendige Fackeln verbrennen. Auch dieApostel Paulus und Petrus wurden von der Berfolgungswnt betroffen; jenerwurde als römischer Bürger enthauptet, dieser jenseits des Tiber gekreuzigt.

Nero ließ die Stadt Prächtig wieder aufbauen. Sein Palast allein Wiederauf-nahm ein ganzes Quartier ein und wurde wegen der darin herrschendenPracht das goldene Haus («lomus rmreu) genannt. Alle Provinzen, be- "sonders Griechenland und Asien mußten Knnstschätze dazu liefern, so daßnoch nie gesehener Reichtum an Marmor, Gold, Perlen, Edelsteinen undköstlichen Holzarten in demselben vereinigt war.

Aber Nero wollte nicht nur Kunstbauten aufführen, sondern selbst als Nero alsKünstler gefeiert sein. Daher trat er in Rom öffentlich als Sänger undWagcnlenker auf — und wehe dem, der den mittelmäßigen Leistungen desKaisers nicht stürmischen Beifall zollte! Er unternahm sogar (66) eineReise nach Griechenland, um in den olympischen und anderen Testspielenden Preis zu erringen. Die Griechen erkannten ihm alle Preise zn, obwohler beim Wagcnrcnnen in den Sand gestürzt war. Dafür verkündete Neroselber als Herold Griechenlands Freiheit, was ihn jedoch nicht hinderte,angesehene Griechen zu töten und griechische Tempel zu plündern. Mit1800 Siegeskrünzen kehrte der Eitle nach Rom zurück und feierte ob seinerKunstsiegc ein en glänzenden Triumph.

r Agrippiua, die Tochter deö Germanikus, war zuerst mit Vomitivs verhei-ratet und brachte aus dieser Ehe dem zweiten Gemahl, ihrem Oheim Klaudius, denSohn Nero zu.

^ Ebenso heftige Berfolgungen mußten die Christen unter den Kaisern Domi-tian, Trajan, Mark Aurel, Decius und Diokletian erdulden.