Band 
Zweiter Kursus.
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56
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Alte Geschichte.

Hoffnungder Juden.

Augustus30 vor Chr— 14 nachChr.

Tiberius

14-37.

Prätoria-

ner.

Kaliaula

37-41.

Boten Christi das Evangelium verkündeten. Große und sichere Handeks--wcge verbanden, wie nie vorher, Orient und Occident und auf denselbengelangte die neue Lehre bald in alle Provinzen des weitläufigen Reiches.

Die Juden, schon früher in alle Länder des Erdkreises zerstreut,waren durch ihre Religion und ihre Hoffnung auf einen Messias (Erretter)am ersten für Christi Lehre empfänglich und gewährten ihr einen guten An-halt. Mit Israels Zerstreuung hatte sich Israels Hoffnung verbreitet; da-her lauschten auch viele Heiden mit Entzücken der neuen Religion, welcheden Menschen über die Gefahren und Schrecken der Welt erhob und allenGläubigen die Kindschaft Gottes und das ewige Leben verhieß.

22. Das Haus des Augustus 14—68 nach Chr.

1. Augustus 30 vor Chr. —14 nach Chr. Tiberius 14—37. Hinrichtung desGermanikus; Majestätsgesetz, Prätorianer; Tiberius' Tod. Kaligula 37—41: dieBildsäulen, sein Pferd als Konsul; ermordet. Klaudius 41—54; Weiber und Frei-gelassene regieren; vergiftet. 2. Nero 54—68; seine Erzieher; mordet den Britanui-kus, Burrus, Sencka, seine Mutter und seine Gattin. Brand von Rom; Christen-verfolgungen (Petrus und Paulus). Neubau von Rom: das goldene Haus. Neroals Sänger und Wageulenker; Kunstreike nach Griechenland. Neros Tod 68.

1. Die durch die Bürgerkriege der untergehenden Republik geüngstig-ten Römer befanden sich wohl unter Augustus' weiser und milder Regie-rung (30 vor Chr.—14 nach Chr.). Sie gewöhnten sich nach und nachan die Alleinherrschaft, zumal die Freunde der alten Verfassung größtenteilsin den inneren Kämpfen gefallen waren. Aber schon die nächsten Nach-folger des Augustus waren Regenten, wie sie die Römer vom Anfang angefürchtet hatten, Tyrannen im schlimmsten Sinne des Wortes. Von derArt waren Tiberius, Kaligula, Klaudius und Nero.

Die Regierung des Tiberius* (14—37), des Stiefsohncs vonAugustus 2 , war ein Gewebe von Verstellung, Argwohn und Grausamkeit.Er ließ seinen Neffen Germanikus, den Sohn des Drusus, hinrichten undgab das sogenannte Majestätsgesetz, durch welches jede Äußerung desUnwillens oder Tadels gegen die Person des Kaisers, selbst Seufzer undThränen bei Hinrichtung der nächsten Verwandten, mit dem Tode bestraftwurden. Zur Vollstreckung der Bluturteile gebrauchte er seine Leibwache,die Prätorianer, welche er bis auf 10 000 Mann gebracht hatte. Siewar in befestigten Kasernen (eu8tra xraetoriana) dicht unter den MauernRoms vereinigt und hielt alles in Furcht und Schrecken) Endlich befreiteder Oberbefehlshaber der Leibgarde selbst, Makro, die Welt von diesemNichtswürdigen. Er ließ ihn mit aufgedrückten Kiffen im Bett ersticken.

Nach ihm bestieg Gajus, der Sohn des Germanikus, mit dem Zu-namen Kaligula: das Stiefelchen (man nannte ihn so, weil er schonals .Kind im Lager mit kleinen Soldatenstiefeln — ealigag — gesehenwurde), den Thron (37—41). Er verband mit Grausamkeit eine uner-hörte Tollheit. Den Bildsäulen des Jupiter (S. 16 Amn.) ließ er denKopf abschlagen und sein eigenes Bild aufsetzen. Er ahmte auch dem Ju-piter im Donner nach und baute Tempel, worin seine Statue göttlich ver-* In die Regierungszeit des Tiberius fällt Christi öffentliche Wirksamkeit biszu seiner Kreuzigung (31— 34 nach Ehr.).

2 Augustus war dreimal vermählt: seine erste Frau war Klodia, die zweiteScribonia, von welcher er die Tochter Julia hatte, die dritte Livia, welche, vor-her an Tiberius Klaudius Nero verheiratet, ihm die Stiefföhne Tiberius undDrusus zubrachte; leibliche Söhne hatte Augustus nicht.