Band 
Zweiter Kursus.
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Sächsische Kaiser 919—1024.

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fort und erhob das deutsche Reich zum mächtigsten der ganzeu Christenheit.

Nach Besieguug unruhiger Herzoge und aufrührerischer Verwandten zog er imJahre 951 nach Italien und erhielt dort mit der Hand der Witwe Adelheiddas Königreich Italien. Die Ungarn besiegte er (955) in der Schlachtauf dem Lechfelde* dergestalt, daß ihre Ranbzüge von nun an aufhörten. LechfeldDas wichtigste Ereignis seiner Regierung aber war, daß er auf seinem zweiten 955.Zuge (961) nach Italien sich zu Rom (2. Februar 962) die römische Kaiser-krone aufsetzen ließ 2 .

2. Otto II. (973 — 983) zählte erst 18 Jahre, als er seinem Vater in Otto n.der Regierung folgte. Er war ein hochbegabter, kraftvoller Herrscher, ließ sich 973—83.aber durch jugendliche Heftigkeit zu manchem unüberlegten Schritt verleiten.

Kräftig wies er den Übermut der Franzosen zurück, die Lothringen mit Frankreich.Frankreich vereinigen wollten. Sie waren bereits bis Aachen * vorgedrungen undhatten auf dem Neichspalast den Adler, der immer nach dem Lande hinsah,zu welchem Lothringen gehörte, nach Frankreich gewendet. Da rückte Otto 978bis Paris vor und erzwäng, daß König Lothar auf Lothringen verzichtete.

Nicht so glücklich war Otto in Italien. Nach kurzem Aufenthalt in Italien.Rom, wo er (981) die durch Crescentius, einen reichen Patricier, angeregtenUnruhen gedämpft hatte, schickte er sich zur Eroberung Unteritaliens ^ an, aufwelches Land Otto durch seine Vermählung mit Theophano, der Stieftochterdes griechischen Kaisers (Nicephvrus), Ansprüche zu haben glaubte. Der Kaiserbesetzte nicht nur die Städte Neapel und Tarent h sondern gewann auch südlichvon Kotrone' einen Sieg; durch zu ungestüme Verfolgung aber ging dieser KotroneSieg in eine völlige Niederlage itber (982). Otto selbst war in Gefahr, von 982.

den Feinden gefangen zu werden. Da erblickte er vom Strand aus ein Fahrzeug,sprengte in die Wogen und ließ sich von den Schiffern aufnehmen. Doch dasSchiff war ein griechisches; der Kaiser ward erkannt und sollte nach Konstau-tinopel gebracht werden. Endlich bewog er den Führer, bei Rossano * anzulegen,wo er, wie er vorgab, Geld und Kostbarkeiten an sich nehmen wollte. Kaumaber war das Ufer nahe, so warf sich der kühne Schwimmer ins Meer undgelangte glücklich aus Ufer. Als er sich darauf zu einem neuen Zuge nachUnteritalien rüstete, starb er zu Rom 983, im 28. Jahre seines Lebens.

3. Otto III. (983—1002) war bei dem Tode seines Vaters (Otto Otto t. 11 .des II.) drei Jahre alt, dennoch erkannten ihn die deutschen Großen als Reichs-983—1002.überhaupt an. Seine Mutter Theophano übernahm die Vormundschaft, regierte

auf löbliche Weise und ließ dem jungen König eine ausgezeichnete Bildung erteilen.

Er wurde von dem größten Gelehrten seiner Zeit, dem Bischof Gerb erG vonReims ß unterrichtet und machte in den Wissenschaften bcdeutendeFortschritte. Bei

Hechfeld, Ebene am Sech, südlich von Augsburg. — Aachen, S. 81 Amn. 2.

— Tarent, Stadt im südlichen Italien, am Nordostrande des Meerbusens gleichenNamens. —Kotrone, Stadt an der Westseite, Rossano, Stadt an der Nvrdwest-seite des Tarentiner Meerbusens. — Reims, S. 77 Amn. 2.

2 Von Otto 1. bis Maximilian 1. nahmen nur die deutschen Könige den TitelKaiser an, welche in Rom vom Papste gekrönt worden waren; Maximilian legte sichim Jahre 1508 den Titel erwählter römischer Kaiser bei, welchen auch seine Nach-folger bis zur Auflösung des deutschen Reiches (1806) gehabt haben.

2 Unteritalien war unter Justinian (554) eine Provinz des griechischen Reichesgeworden (S. 76) und geblieben.

i Gerbert besaß so viele, damals unerhörte Kenntnisse von der Natur, daß manihn der Zauberei beschuldigte. Durch Vermittelung Otto des 111. wurde er 999 alsSylvester II. Papst.