Band 
Zweiter Kursus.
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Mittlere Geschichte.

den christlichen Staaten, unter die es sich drängte, seine fremdartigen Sitten,seine fremdartige Verfassung und seine das Christentum anfeindende Religionbis heute beibehalten hat.

3. Seit dem Falle Konstantinopels verließen viele gebildete GriechenGriechen in ihr unglückliches Vaterland. Sie begaben sich meist nach Italien und fandenItalien. bxsg„tzxrs in Florenz, wo das kunstliebende Fürstengeschlecht der Me dictier(Kosmo 1434—1464, und Lorenzo 1472—1492) alles Große und Schöne ehrteund förderte, eine günstige Aufnahme. Außer mancherlei Gcschicklichkeiten inKünsten und Gewerben brachten die Einwanderer viele Werke des griechischenAltertums und Spracht und Sachkenntnis zum Verstehen und Erklären dcr-Hnmanisti- selben mit. Das Studium der altklassischen Sprachen nahm daher in Italiensche bei der daselbst schon erwachten Liebe für die alte Litteratur einen namhaften Auf-Studien. sch^un^ der Bildung des Geschmacks, der freieren Ansicht über Kunstund Natur und darum auch dem Anbau aller Wissenschaften sehr zu stattenkam. Von Italien aus verbreiteten sich diese Studien, humanistische Stu-dien genannt, nach Deutschland und trugen im Vereine mit den großen Er-findungen und Entdeckungen des Mittelalters wesentlich zur Herbeiführungder „neuen" Zeit bei. *

43. Die wichtigsten Erfindungen des Mittelalters.

1. Der Komvaß. 2. Erfindung des Schicßpulvers. Grobes Geschütz. Die Hand-oder Donnerbüchse. Das Radschloß, daS Flintenschloß; das Perknssionsgewehr; daSZündnadclgewehr. Folgen der Erfindung. 3. Die geschriebenen Bücher. Die Holz-schneidekunst (Kostcr aus Haarlem 1420).' Erfindung der Buchdrucker?,inst durch Jo-hann Gutenberg 1440. Fust und Schöffer. Erster Druck einer lateinischen Bibel1456 und der Psalmen 1457. Eroberung von Mainz 1462. Bcrbrcitung der Buchdrucker-kunst. Erfindung, des Linneupapiers im 14. Jahrhundert. Gntcnbcrgs Tod 1468.

Kompaß 1 - Die Erfindung des Kompasses 1300. — Im Altertum konn-1300. ten die Schiffe nur Küsten und Binnenmeere befahren; denn es fehlte an einemsicheren Wegweiser durch große Wasserflächen, und niemand ahnte damals, daßein Stückchen Eisen den untrüglichsten Führer auf dem Ozean abgeben könne.Es hat nämlich jede Stahlnadcl, wenn sie mit einem Magnet bestrichen wor-den ist, die Eigenschaft, daß sie, sobald sie sich frei bewegen kann, mit demeinen Ende immer nach Norden zeigt. Bringt man daher eine solche Nadel inein Kästchen, in welchem eine Windrose verzeichnet ist, so weiß man jederzeit, nachwelcher Nickstung man fährt, bei Tag und Nacht, bei heiterem und bedecktemHimmel. Ein so eingerichtetes Kästchen nennt man Kompaß. Schon die Chi-nesen und die Araber sollen die genannte Eigenschaft der Magnetnadel gekannthaben; wann, wo und von wem aber dieselbe zuerst zur Schiffahrt benutzt,d. h. der Kompaß erfunden worden sei, läßt sich nicht genau angeben. Ge-wöhnlich nennt man als Erfinder desselben den Schiffer und Lotsen FlavioGioja aus Ainalfi^, und soviel wenigstens scheint ausgemacht zu sein, daßer zuerst um 1302 die Nadel auf eine Spitze setzte und die acht Weltgegen-den durch besondere Striche andeutete. Andere vermuten, daß der berühmte

* In Deutschland benutzten nämlich die Häupter der Humanisten, R eu ch lin vonPforzheim (ff 1522) und Erasmus von Rotterdam (ff 1536), ihre Sprachkenntnissezn tieserer Erforschung der heiligen Schrift. Hierdurch schärften sie cineSteikS den nach-folgenden Reformatoren die Waffen gegen das verderbte Kirchentum, audernteils be-fähigten sie dieselben, das reine göttliche Wort aus den Quellen (dem hebräischen undgriechischen Urtext der Bibel) wiederherzustellen.

» Amalst, Stadt in Untcritaüen, am mittelländischen Meere, südlich von Neapel.