Band 
Zweiter Kursus.
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Die wichtigsten Erfindungen des Mittelalters.

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. Reisende Marko Polo^ die Magnetnadel 1295 aus China nach Europagebracht habe. — Nach Erfindung dcS Kompasses war es möglich, weite See-reisen zu unternehmen, neue, früher völlig unbekannte Länder und Völker zuentdecken und mit diesen in Verkehr zu treten.

2. Erfindung des Schießpulvcrs. — Ebenso erfolgreich, wie derKompaß in Seefahrt und Handel, griff die Erfindung des Schießpulvcrsin das Kriegswesen und alle Verhältnisse des Staates und der bürgerlichenGesellschaft ein. Am frühesten (schon 10« nach Chr.) sollen die Chinesendas Pulver gekannt haben. Bon ihnen, meint man, sei eS zu den Arabernund von diesen dann nach Spanien und dem übrigen Europa gekommen. DieMauren (S. 80 Anm.2.) bedienten sich schon in der zweiten Hälfte des 13. Jahr-hunderts „donnernder Feuerwürfe und Maschinen" im Kampfe gegen die Spanier.In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gelangte der Gebrauch der Ge-schütze bereits zu den Spaniern selber und zu deren Nachbarn, den Italienern,Franzosen, Engländern und Deutschen, so daß ein damaliger Schriftsteller (1359)klagt, „diese höllische Erfindung" sei schon ziemlich verbreitet gewesen

Anfangs schleuderte man aus mörserartigen Geschützen steinerne odereiserne Kugeln. Dieses grobe Geschütz scheint zur Belagerung zuerstgegen die Stadt Cambray^ (1338), in offenem Felde in der Schlacht beiCrecy v angewandt worden zu sein (1346). Allmählich wurden die Mörser zuKanonen verlängert, die anfänglich eine außerordentliche Größe erhielten. ImJahre 1378 goß man zu Augsburg drei Kanonen, von denen die größte Kugeln von60, die mittlere von 35, die kleinste von 25 Kilogramm 1000 Schritt weit schoß.Diese Riesen waren aber so schwer fortzubewegen, daß man sich ihrer nur beiBelagerung und Verteidigung fester Plätze bedienen konnte. Später machte mandie Kanonen kleiner, worauf sie auch im freien Felde zu gebrauchen waren.

Endlich gab man den Geschützen so dünne Röhren, daß sie von einemMann bequem getragen und nach Willkür regiert werden konnten. Diese trag-baren Feuergewehrc, welche Hand- oder Donnerbüchsen hießen, wurden, ebensowie die Mörser und Kanonen, mit einer Lunte abgefeuert. Das älteste Zeug-nis über den Gebrauch der Handbüchsen ist vom Jahre 1387, in welchemdie Stadt Augsburg ihren Bundesgenosse» 30 Büchsenschützeu stellte. Über-haupt verfertigte man in Augsburg und Nürnberg lange Zeit die bestenBüchsen und Kanonen, und dort wurden sie mit der Zeit auch vervollkommnet.

Es war sehr unbequem und für das genaue Zielen äußerst hinderlich,daß die Handbüchsc mit einer Lunte abgebrannt wurde. Diesen Übclstandbeseitigte das (1517) zu Nürnberg erfundene deutsche Fcuerschloß, anwelchem der zündende Funke durch ein umlaufendes stählernes Rad, das gegen denKiesel am Hahn schlug, hervorgebracht wurde. Später (1650) verfielen dieItaliener auf das sogenannte Flintenschloß. Weil der dazu gebrauchte Feuer-stein auf slavisch „Flins", im Englischen „Flint" hieß, so bekam das ganzeGewehr hiervon den Namen „Flinte". Um die Schußwaffe zugleich alsLanze gebrauchen zu können, wurde an der Mündung derselben ein Seitcn-

r Marko Polo, der erste Europäer, welcher das innere und das ostüche Asten(1271—1295) durchforschte, geboren zu Venedig. ^.„mMnermLnch Berthold2 Die Erfindung des Schießpulvcrs durch denFranzcsk fiberlieferunaSchwarz anS Freibnrg im BreiSgau nm 1340 °"ce mch°^

' Lambrap, Stadt im nordöstlichen Frankrerän an der ^-Y-we. ^rer,,Marktflecken im nordwestlichen Frankreich, unweit der Som» -

Schieß-

pulvcr.

Grobes

Geschütz.

Handbüchse.

Radschloß.

Flinten-

fchlatz.

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