Kaiser Karl V. 1519—1556.
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Zwar eroberten die Franzosen einen Teil des streitigen Herzogtums wieder;als aber der Connctablc^ Karl von Bonrbon, einer der tapfersten fran-zösischen Feldherren, weil ihn des Königs Mutter (Luise von Savoycn) umden größten Teil seiner Erbgüter gebracht hatte, zu dem Kaiser überging, dawurde daS französische Heer wieder zurückgetrieben (Frühjahr 1524). Auf diesem - .
Rückzüge fiel auch der berühmte Bayard, der Ritter ohne Furcht und Tadel. z. 1524
Das größte Unglück aber traf die Franzosen im Jahre 1525. Franzselbst war im Herbst 1524 mit einem zahlreichen Heere nach Italien gezogen,hatte Mailand wieder erobert und belagerte Pavian Er beschoß die Stadt denNovember, Dezember und Januar hindurch, ohne sie zur Übergabe zu bringen.
Nun aber rückte das kaiserliche Heer, verstärkt durch 15 000 Landsknechte, dieGeorg von Frundsbcrg führte, zum Entsatze heran. Es kam (24. Frunds-Febrnar 1525) zur Schlacht bei Pavia. Die Franzosen griffen anfangs mit ^erg.einer solchen Hitze an, daß die Kaiserlichen wankte». Aber da die Besatzung der^Ä"?*Stadt zu gleicher Zeit einen Ausfall wagte, ward die Ordnung wieder hergestellt, 1525 .und zuletzt erfochten Spanier und Deutsche einen vollkommenen Sieg. Franzselbst kämpfte ritterlich, wurde aber gefangen genommen, nach Madrid gebrachtund daselbst zu einem Frieden (14. Januar 1526) genötigt, in welchem er vcr- Friede zusprach, auf Mailand und Neapel zu verzichten, das Herzogtum Burgund heraus- ^Aridzugeben und zur Bürgschaft seine zwei ältesten Söhne als Geiseln auszuliefern.
— Darauf wurde er aus dem Grenzflüsse Bidassoa ^ gegen Stellung seinerbeiden Söhne freigegeben ^ (18. März 1526).
3. Zweiter Krieg gegen Franz 1527—1529. — Sobald Franz in 2 . KriegFreiheit gesetzt war, erklärte er, daß er den Madrider Vertrag nicht halten werde, Franzda ihm derselbe abgedrungcn sei. „Auch gelang es ihm, die früheren Bundes- o--7—29.genossen des Kaisers, welche dessen Übermacht fürchteten, auf seine Seite zu ziehen.
* Die Würde des Connctable war die höchste Rcichswürde in Frankreichmü welcher namentlich die Obcransührung im Kriege verbunden war. '
2 Pavia, S. 76 Anm. 2. — Bidassoa, Fluß im Nordosten Spaniens.
° Deutschland war indes von den Bauernkriegen heimgesucht worden.
Schon vor Luthers Auftreten hatten die Bauern, aus denen damals ein schweres Joch(Frohnden, Steuern rc.) lastete, mehrfach (als „Bundschuh" 1502, als „armer Konrad"
1514) versucht, von ihren Herren eine Besserung ihrer Lage zu erzwingen. Nach Be-ginn der Reformation dauerten diese Bestrebungen fort, und am Netyahrstage 1525erhoben sich zuerst die Bauern des Abtes von 'Keuchten (au der Jllcr). Die Empö-rung griff schnell im südlichen Deutschland (Schwaben, Franken, Elsaß) um sich. DieBauern gaben anfangs „zwölf Artikel" heraus, in denen ihre, im ganzen ge-mäßigten Forderungen enthalten waren. Diese Artikel wurden auch Luther» zur Be-gutachtung zugeschickt; er antwortete mit einer Mahnung zum Frieden, die aber keinGehör fand. Die Bauern schritten zu Gewaltthaten. Weit und breit bezeichnetenbrennende Burgen, Klöster und Stifter ihre verheerende Bahn; viele Adlige wurdengespießt oder enthauptet. Da schrieb Luther eine geharnischte Schrift „wider diemörderischen und räuberischen Bauern", worin er die Fürsten aufforderte, die Meutererwie tolle Hunde tot zu schlagen. Der Aufruhr wurde endlich nicht ohne Grausam-keit unterdrückt. — In Thüringen waren zu gleicher Zeit die Bauer» ausgestanden,vorzüglich irregeleitet durch Tho maS Münzer. Dieser schwärmerische Priester (1520in Zwickau, 1523 in Allstedt in Thüringen, 1524 in Mühlhauseu) rühmte sich be-sonderer Offenbarungen Gottes und predigte ein neues Reich, in dem es weder Fürstennoch Obrigkeit, weder Adel noch Geistlichkeit geben sollte. Münzer lagerte sich mit8000 Bauern bei Frankenhausen, wurde aber daselbst von dem Landgrafen Philippvon Hessen und den Herzögen von Braunschwrig und Sachsen geschlagen (15. Mai1525). Vier bis fünf tausend Bauern blieben auf dem Platze; Münzer wurde ge-fangen genommen, gefoltert und enthauptet. — Auch anderwärts wurde die Empörunggedämpft, und haben in diesen Unruhen mehr als 100 000 Bauern das Leben verloren.