Zwingli, ch 1531.
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nehmlich von Johann Kalvin (geb. am 10. Juli 1509 zu Noyon inFrankreich, gest- am 27. Mai 1564 zu Genf), welcher der reformierten Kircheeine feste Verfassung gab.
4? England im Reformationszeitalter 1509—1803.
I. Heinrich VIII. 1509-1547.
1 Die Reformation in England. Heinrich VIII. 1502—1547. „Beschützer desGlaubens". Katharina von Äragonien und Anna Boleyn. Heinrichs Reformation1534. Verfolgung von Protestanten und Katholiken. (Kanzler Morus); Aufhebungder Klöster. 2. Heinrich Vlll. und seine späteren Frauen: Johanna Schmonr Annavon Kleve, Katharina Howard, Katharina Parr. Heinrich vlll. -f- 1547.
1- Die durch Luther und Zwingli veranlaßte Kirchenverbessernng äußertenicht nur auf Deutschland und die Schweiz, sondern auf ganz Europa denmächtigsten Einfluß. Sie zog von Land zu Land, wurde an vielen Ortenfreudig aufgenommen r, an anderen mit Härte von der Schwelle gewiesen.
Unter Heinrich dem VIII. (S. 126 Amu. 4) drang die Reformation inEngland ein, wo ihr schon im 14. Jahrhundert Johann Wikleff (ch 1384)vorgearbeitet hatte. Das Volk fiel ihr zu, der König aber ließ die Anhängermit Strenge verfolgen. Überhaupt trat er als eifriger Verteidiger der katho-lischen Kirche auf. Zur Rechtfertigung der sieben Sakramente schrieb er,da er sich viel mit theologischen Studien beschäftigt hatte, selbst gegen Luthereine Schrift, für welche er vom Papst (Leo dem X.) den Ehrentitel „Be-schützer des Glaubens" (llekensor killst) erhielt. Dennoch war er esgerade, der England von der Herrschaft des römischen Stuhles befreite. DieVeranlassung dazu war folgende.
Heinrich VIII. hatte bald nach seiner Thronbesteigung (1509) die Witweseines Bruders Arthur (ch 1502), Katharina von Aragonien, gehei-ratet, war aber derselben, da sie älter als er, schwermütig und kränklich war,längst überdrüssig 2 . Und als er ein junges Hoffräulein, namens AnnaBoleyn, kennen lernte, welche mit seltener Schönheit einen heiteren, munterenSinn verband, beschloß er, sich mit dieser zu vermählen und von Katharinascheiden zu lassen. Ein Borwand zur Scheidung war bald gefunden. Nachden Gesetzen der katholischen Kirche ist die Ehe mit der Witwe des Brudersverboten. Der König stellte sich daher, als wenn er über die Vermählungmit seiner Schwägerin, trotz der ihm dazu gewordenen päpstlichen Erlaubnis(Dispensation), Gewissensbisse empfinde und verlangte vom Papste (Klemensdem VII.) die Auflösung der Ehe. Der heilige Vater mißbilligte dieses An-sinnen, zumal ihn die Gewährung desselben mit Kaiser Karl dem V., KatharinasNeffen, entzweien mußte. Indessen wagte er auch nicht, dem König vonEngland sein Gesuch rundweg abzuschlagen. Und da er hoffte, daß Heinrichmit der Zeit von seinem Begehren ablassen würde, so gab er dem Gesandten,welchen er zur Untersuchung der Sache nach London schickte, die geheimeWeisung mit, alles möglichst in die Länge zu ziehen. Diese Kunst verstandder Legat meisterhaft; denn er hielt die Verhandlungen vier Jahre lang inder Schwebe. Endlich aber riß dem leidenschaftlichen Könige die Geduld.Auf den Rat eines Geistlichen holte er von den Universitäten über die Ange-
* Mit am frühesten (1523—1532) wurde die Reformation in Schweden undin Dänemark eingeführt.
^ Aus der Ehe mit Katharina stammt Maria, geb. 1516, später „die Katholischeoder die Blutige" genannt, S. 139.
Kalvin.
Heinrich
Vlll.
1509-47.
Katharina
von
Aragonien.
Anna
Boleyn.